Nach Köln rückt auch Nordrhein-Westfalens Hauptstadt Düsseldorf stärker in den Fokus der Aufarbeitung nach den Sex-Attacken in der Silvesternacht.

Foto: Bild: Wikipedia org. - Rainer Driesen - CC BY-SA 3.0
Journalist widerspricht Polizei: Sex-Raubüberfälle schon länger bekannt

Nun mehren sich auch in Düsseldorf die Anzeigen betreffend Übergriffe auf Frauen zu Silvester: Registrierte die Polizei direkt in der Silvesternacht vorerst nur drei einschlägige Taten, so lag die Zahl der Anzeigen laut WDR am Heiligdreikönigstag bereits bei elf. Primär beklagten die Opfer sexuelle Attacken, zum Teil verbunden auch mit Diebstählen.

WDR-Journalist: "Sex-Raubüberfälle der Polizei schon länger bekannt!"

Alle Opfer berichten von „nordafrikanisch oder arabisch“ anmutenden Tätergruppen, was eine gewisse Organisation voraussetzt. Während die Düsseldorfer Polizei sich davon noch völlig überrascht zeigt und so etwas noch nie erlebt haben will, berichtet ein Journalist etwas ganz anderes: Der WDR-Mitarbeiter Oliver Köhler recherchiert schon seit Jahren in der Bandenszene und erzählt, dass zumindest in Köln bei nordafrikanischen Trickdieben schon seit dem letzten Sommer Sexualdelikte in Verbindung mit Diebstählen beobachtet und bei der Polizei angezeigt werden.

Man kann also nicht sagen, dass die Vorgänge zu Silvester der absolute Ausnahmezustand waren, als der er offiziell von der Exekutive der betroffenen Städte hingestellt wird. Es scheint wohl eher so – wie auch in Wien – zu sein, dass Übergriffe sogenannter Flüchtlinge seitens der Polizei einerseits kaum geahndet, andererseits kaum publiziert werden. Die Pressestelle der Wiener Polizei kommentiert etwa Journalisten-Anfragen zu mutmaßlichen Vergewaltigungen durch Einwanderer prinzipiell gar nicht – wie es heißt, aus "Opferschutzgründen"…

Opfer sehen sich von Reker-Verhaltenstipps verhöhnt

Die umstrittenen „Verhaltensregeln“ der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die Frauen unter anderem rät, „eine Armlänge Abstand“ zu Männern zu halten, stoßen indes auch in Düsseldorf auf herbe Kritik:

„Eine Armlänge Abstand halten? Das war gar nicht möglich. Wir standen vor einer Wand, wirklich vor einer Wand aus Menschen. Mit wurde der Rock hochgehoben und ich hatte Männerhände an meinem Hintern. Es war schrecklich. Was ich nicht verstehe ist, warum ich diejenige sein soll, die Abstand hält? Habe ich mich etwa falsch verhalten? Sollten nicht etwa die Täter Abstand halten“, zitiert der WDR in der „Aktuellen Stunde“ vom 6. Jänner eine Betroffene, die nicht vor die Kamera möchte und noch immer unter Schock steht.

Eine andere Zeugin hat die Übergriffe so empfunden: „Ich wurde überall angefasst, im Intimbereich, am Po, an der Brust, an den Haaren, wir haben nur noch um uns geschlagen, haben geheult, geschrien, aber wir kamen nicht aus der Menschenmenge hinaus, weil wir da total eingedrängt waren.“

"Es kamen von überall her Hände"

„Es kamen von überall her Hände, so viele, dass ich gar nicht zuordnen konnte, wem sie gehörten. Ich versuchte nur noch, die Typen wegzuschubsen, aber das ging kaum. Einen, der versuchte, mir einen Zungenkuss zu geben, konnte ich abwehren, aber dann kam schon der nächste. Ein anderer hat dreckige Schlampe zu mir gesagt. Er konnte Deutsch, wenn auch gebrochen“, schildert eine dritte Zeugin dem WDR-Reporter vor laufender Kamera.

"Armlängen-Diskussionen sind hier keine Hilfe sondern können nur zusätzlich belasten", lautet die Conclusio der Beitragsgestalter der Aktuellen Stunde. Opfer würden ohnehin dazu neigen, für Teile der Tat die Verantwortung zu übernehmen und Eigenverschulden zu hinterfragen. Dabei wäre das, was die Frauen jetzt wirklich bräuchten, rasche und unbürokratische Hilfe, bei Verlangen auch therapeutischer Natur.

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