Erdogans Kurs führt die Türkei an den Abgrund

Erdogans wirtschaftspolitischer Kurs führt die Türkei ökonomisch nach unten.  Foto: Kremlin.ru - Wikimedia - CC BY 3.0
Erdogans wirtschaftspolitischer Kurs führt die Türkei ökonomisch nach unten.
Foto: Kremlin.ru - Wikimedia - CC BY 3.0
9. Januar 2016 - 11:07

Ein rauher Wind weht den Türken wirtschaftspolitisch zu Beginn des Jahres 2016 um die Nase. Der im letzten Jahrzehnt durch den vormaligen Regierungschef und jetzigen Staatschef Recep Tayyip Erdogan gefahrene Kurs hat die Türkei ökonomisch an den Abgrund geführt. Aktuell herrscht währungspolitisch eine nachhaltige Lira-Schwäche, dazu kommen eine neunprozentige Inflationsrate, ein Einbruch in der Exportwirtschaft und nachhaltige außenpolitische Spannungen mit Russland.

Um die Negativspirale in der Wirtschaft und bei den Konsumenten weiter anzuheizen, hat die islamisch-konservative Regierung in Ankara auch noch an der Steuerschraube gedreht. Mit 1.Jänner 2016 sind die Steuern auf Alkohol und Zigaretten deutlich angehoben worden, dazu kommen höhere Strompreise.

Lebensmittelpreise für die breite Masse explodierten

Besonders schmerzt die breite Masse die Anhebung der Lebensmittelpreise. Wie von der staatlichen Statistikbehörde jetzt veröffentlicht wurde, verteuerten sich Gemüse- und Rindfleischprodukte im Laufe des vergangenen Jahres 2015 um mehr als 23 Prozent, das lebensnotwendige Trinkwasser wurde um 11 Prozent teurer, und das tägliche Brot stieg preislich um 6,6 Prozent.

Aktuell ist die türkische Wirtschaft vor allem vom Schock der Sanktionen durch Russland in Folge des Flugzeugabschusses im November 2015 und den damit verbundenen diplomatischen Außeinandersetzungen geprägt. Die Exportwirtschaft, deren Motor in den letzten Jahren vor allem Lieferungen nach Russland waren, leidet unter der bilateralen Eiszeit zwischen Moskau und Ankara. Allein sechs Milliarden Euro sollen die Verluste aus dem Konflikt mit Russland bereits in den Monaten November und Dezember 2015 betragen. 

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