Kyriakos Mitsotakis unmittelbar nach seiner Kür zum neuen Parteichef.

Foto: Bild: Nea Dimokratia / flickr (CC BY-ND 2.0)
Familienclans beherrschen griechische Parteien: Mitsotakis-Sohn ist ND-Chef

Die christdemokratische griechische Partei Nea Dimokratia (ND) ist wieder fest in der Hand eines Vertreters der Athener Polit-Oligarchie. Bei einer Urabstimmung der Parteimitglieder hat sich Kyriakos Mitsotakis mit 52,7 Prozent gegen den bisherigen Parteivorsitzenden Evangelos Meimarakis durchgesetzt. Mit Mitsotakis steht ein Mitglied einer der einflussreichsten griechischen Politikerfamilien der jüngeren Vergangenheit an der Parteispitze. Neben den Mitsotakis beherrschen die Karamanlis und die Papandreous seit Jahrzehnten als Parteivorsitzende und Ministerpräsidenten die Arena in Athen.

Der neue ND-Vorsitzende ist der Sohn des 1990 bis 1993 regierenden Ministerpräsidenten Konstantinos Mitsotakis. Seine Schwester Dora Bakogiannis war Bürgermeisterin von Athen und Außenministerin Griechenlands. Deren Sohn ist Chef der Regionalregierung in Zentralgriechenland. In den Jahren 2012 bis 2014 war Kyriakos Mitsotakis selbst Kabinettsmitglied unter Antonis Samaras und für den öffentlichen Dienst zuständig.

Griechisches System leidet unter Freunderlwirtschaft und Korruption

Kenner der griechischen Politik nennen Konstellationen wie die Wahl von Mitgliedern der Athener Politiker-Oligarchie, der „gewissen herrschenden Familien“, als einen der Hauptgründe dafür, dass das System der Freunderlwirtschaft und Korruption dort so blüht. So war auch einer der Hauptgründe für die Wahl von Alexis Tsipras zum Ministerpräsidenten, dass er nicht zu diesen verschworenen Familienclans im Umfeld der ND und der sozialistischen PASOK gehört, sondern hier eine Alternative geboten hat. 

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