Angst vor sexuellen Übergriffen: Stadt sagt Karnevalsumzug ab

Weil sexuelle Übergriffe wie in Köln befürchtet werden, werden Karnevalsumzüge abgesagt. Foto: Günter Hentschel / flickr (CC BY-ND 2.0)
Weil sexuelle Übergriffe wie in Köln befürchtet werden, werden Karnevalsumzüge abgesagt.
Foto: Günter Hentschel / flickr (CC BY-ND 2.0)
16. Januar 2016 - 9:15

Den Deutschen wird gerade die Feierlaune verdorben. Nach und nach kommen Meldungen, dass Karnevalsumzüge abgesagt oder kurzfristig abgesagt werden könnten. Fest steht bereits: In der nordrhein-westfälischen Stadt Rheinberg wird es in diesem Jahr wegen der Asylkrise keinen Umzug im Fasching geben. Ein Sprecher der Stadt sagte der Rheinischen Post : Es sei nicht auszuschließen gewesen, dass Flüchtlinge den Zug besuchen würden und es etwa durch übermäßigen Alkoholgenuss zu Szenen wie in Köln kommen würde.

Situation berge ein "Gefahrenpotenzial"

„Die Zeit bis Rosenmontag reicht nicht mehr, um die von der Stadt geforderten Sicherheitsauflagen zu erfüllen. Deshalb haben wir uns schweren Herzens entschieden, den Zug abzusagen“, bedauerte der Präsident des ausrichtenden Karnevalsclubs 1. OKK 99, Paul van Holt, gegenüber der Rheinischen Post. Im Stadtteil Orsoy, wo der Umzug stattfinden hätte sollen, leben rund 3.000 Menschen. Und dort sind in einem ehemaligen Krankenhaus 200 "Flüchtlinge" untergebracht. Anfang Februar werden 300 hinzukommen.

Diese Situation berge ein "Gefahrenpotenzial", sagte der Stadtsprecher. Den meisten Flüchtlingen seien Karnevalsumzüge unbekannt; zudem lebten viele Nordafrikaner in Orsoy. Nach ersten Erkenntnissen waren auch die Täter in Köln überwiegend Nordafrikaner. Inzwischen liegen dort über 650 Anzeigen vor.

2015 wurde Umzug in Braunschweig abgesagt

Rheinberg ist nicht die erste Stadt, die einen Karnevalsumzug absagt. Im Vorjahr traf es nach einer akuten Drohung Braunschweig. Und in Köln wurde aus Angst vor Anschlägen ein Wagen zum Thema "Charlie Hebdo" aus dem Programm genommen.

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