Mittels Facebook-Posting heißt die Gratiszeitung Heute das Werfen von Farbbeuteln gut.

Foto: Bild: Heute / Facebook (Screenshot)
Gratisblatt Heute hofft auf Farbbeutelwerfen beim Wiener Akademikerball

Haufenweise fliegende Farbbeutel, linke Chaoten, die sich an Absperrgitter klammerten, und Beschmierungen der Innenstadt schon einen Tag vor dem Akademikerball in Graz. Am Samstag fand in der steirischen Landeshauptstadt der Ball des Korporationsrings statt, welcher für die hiesigen Berufsdemonstranten wieder Anlass bot, auf die Straße zu gehen. Während Anrainer mit massive Verstimmung ob der weitläufigen Sperren reagierten, hieß die Gratiszeitung Heute das Vorgehen der Demonstranten öffentlich gut.

Solange es nur Farbbeutel sind…

In einem Artikel am Tag nach dem Ball heißt es in der Überschrift bereits beschwichtigend „Nur Farbbeutel flogen: Grazer Akademikerball: 500 friedliche Demonstranten“. Will man den Artikel im sozialen Netzwerk Facebook aufrufen, wird dieser mit folgenden Worten eingeleitet:

Kann man nur hoffen, dass es in Wien beim ?#‎Akademikerball auch so zugeht (siehe Fotos im Artikel) ?#‎nogab ?#‎nowkr

Als friedlich beurteilte die Redaktion des U-Bahn Blattes also das Werfen mit Farbbeuteln auf unbedarfte Ballgäste und übte sich in linker Vernetzungsmanier, indem die Hashtags der Linken gegen den Grazer und Wiener Akademikerball mitverarbeitet wurden. 

„Ihr ruft mit der Überschrift und dem Facebook-Titel also wirklich zwischen den Zeilen dazu auf Farbbeutel zu werfen?! Na solange es nichts Schlimmeres ist, ein paar so Farbbeutel müssen dir schon aushalten, immerhin denken die anders. So viel Freiheit muss dann wohl noch drinnen sein“, lautet einer der erzürnten Kommentare. Meinungen wie diese fanden sich bereits nach kurzer Zeit zuhauf unter der fragwürdigen Berichterstattung.

Immer die gleichen Chaoten

Liest man sich den Artikel des Blattes näher durch, stellt man erstaunt fest, dass dieser nicht nur einseitig zu Gunsten der Linksextremisten geschrieben wurde, sondern auch noch ein indirektes Gutheißen dieser Vorgehensweise beinhaltet. Solange nur ein paar Farbbeutel auf Andersdenkende geworfen werden, scheint die Welt für die Heute-Redaktion in bester Ordnung zu sein. Die Hoffnung, dass dies den Besuchern des nächsten Akademikerballs in Wien am kommenden Freitag Wien auch blüht, kann man dem Facebook-Eintrag entnehmen.

Als kleine Draufgabe zu dem einseitigen Beitrag findet man unter dem Artikel auch noch eine Fotogalerie. Diese wurde aber nicht etwa durch einen Redaktionsfotografen bereitsgestellt, sondern Heute bettet dabei tatsächlich die Twitter-Einträge ausgesuchter Linksextremisten ein – selbst einen der besonders aggressiven autonomen Antifa.

Organisiert wurde die Demonstration gegen den Ball auch diesmal von der "Offensive gegen Rechts". Ausgerechnet dieses Bündnis sorgte in den letzten Jahren in der Wiener Innenstadt für Randale und rief zu breitem Widerstand – wenn nötig auch mit Gewalt – auf.

Anmerkung: Mittlerweile wurde das "nur" aus dem Titel des Artikels entfernt. Auf Facebook ist es weiterhin zu sehen.

Kann man nur hoffen, dass es in Wien beim #Akademikerball auch so zugeht (siehe Fotos im Artikel) #nogab #nowkr

Posted by Heute on Samstag, 23. Januar 2016

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