Frierende Flüchtlinge im Asylquartier: 22 Grad ist zu kalt

Laut Samariterbund gibt es im Zelt eine Raumtemperatur um die 22 Grad, trotzdem behaupten die Flüchtlinge zu frieren. Foto: www.toprq.com/iphone / flickr (CC BY 2.0)
Laut Samariterbund gibt es im Zelt eine Raumtemperatur um die 22 Grad, trotzdem behaupten die Flüchtlinge zu frieren.
Foto: www.toprq.com/iphone / flickr (CC BY 2.0)

Was ist los im Asylquartier in Unterpremstätten bei Graz? In zwei Zelthallen beim Schwarzl-Zentrum warten derzeit rund tausend "Flüchtlinge" auf ein Weiterkommen - und sie frieren. Das behauptet jedenfalls ein Iraner in einem Bericht von ORF.at Steiermark. Sparen der Vermieter und der Betreiber des Asylquartiers beim Heizen, obwohl sie für die Unterbringung der Menschen viel Geld kassieren? "Nein", sagt Wolfgang Krenn vom Samariterbund. Es sei eine ständige Raumtemperatur von 22 Grad gegeben. Und er erlaubt sich anzumerken, dass mancherorts nicht einmal in österreichischen Haushalten so eine Raumtemperatur erreicht werde.

268.000 Menschen in Österreich können sich das Heizen nicht leisten

Krenn weiß um die Situation in Österreich, welche die Caritas auf ihrer Homepage folgendermaßen beschreibt:

Es ist kaum zu glauben: 268.000 Menschen in Österreich können es sich nicht leisten, ihre Wohnung angemessen zu heizen. Alleinerziehende Mütter wissen oft nicht, wie sie das Kinderzimmer in der kalten Jahreszeit warm halten sollen. Oft bleiben alte Menschen im Bett, weil es dort am wärmsten ist. Kinder spielen in dicken Pullovern, weil die Heizkörper seit Tagen nicht mehr warm werden.

Glaubt man dem Samariterbund, geht es den "Flüchtlingen" in Unterpremstätten wesentlich besser: „Ich kann dazu nur sagen, dass wir alle technischen Möglichkeiten in Betrieb haben, dass eine ständige Raumtemperatur von 22 Grad gegeben ist", so Wolfgang Krenn vom Samariterbund. Und Klaus Leitgeb vom Schwarzl-Freizeitzentrum ergänzt gegenüber ORF.at, dass die Hallen einen thermoisolierten Boden, 28 Heizungen und ein Thermostatsystem hätten.

Wer neben Kranken schläft, wird selbst krank

Der auf ORF.at als 25-jähriger Architekt beschriebene Kritiker der Raumwärme, der Iraner Nawid Safartsch, behauptet trotzdem:

In der Nacht ist es sehr kalt in den Zelten. Die sind zwölf Meter hoch, also ist es wohl schwer, sie warm zu bekommen. Hier sind so viele Menschen krank, auch kleine Babys sind krank, sie weinen während der Nacht. Und wenn man neben Kranken schläft, wird man auch krank.

So manche Verkühlung sei auch der Pflichtvergessenheit der Flüchtlinge geschuldet, so Krenn dazu:

Es passiert, dass die Kinder ohne Socken in Crocs nur mit Pyjama die Unterkunft verlassen - mit Dolmetschern ist die Security angewiesen, das möglichst zu verhindern, zu 100 Prozent verhindern können wir es nicht.

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