„Anschlag“ auf Asylantenheim hatte keinen fremdenfeindlichen Hintergrund

Am 29. Jänner wurde von zunächst unbekannten Tätern eine Handgranate jugoslawischer Herkunft über den Zaun einer Flüchtlingsunterkunft in Villingen-Schwenningen (Baden Württemberg) geworfen. Der nicht detonierte Sprengkörper wurde entdeckt und von Experten kontrolliert zur Detonation gebracht.

Schnell waren die einschlägigen Politiker mit Vorverurteilungen zur Hand. Das können nur Rechtsradikale gewesen sein. Pflichtgemäß berichtete zum Beispiel die Süddeutsche Zeitung vom fremdenfeindlichen Anschlag und zitierte sogleich Stellungnahmen empörter Politiker. Allen voran der deutsche Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), für den das  "Ausmaß der Gewalt gegen Flüchtlinge erschreckend sei“. Nicht fehlen durfte natürlich auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). "Also das ist wirklich unfassbar, dass jetzt schon mit Handgranaten – quasi mit militärischen Waffen – auf Asylsuchende losgegangen wird." Man müsse alles dafür tun, Extremismus, der die rote Linie überschreitet und zu Gewalt übergeht, gesellschaftlich radikal zu ächten, gab er zum Besten. Die Liste gleichgepolter Politdarsteller, die reflexartig Schuldige zur Hand hatten, ist lang.

Polizei verhaftet mutmaßliche Täter

Eine Sonderkommission wurde eingesetzt und die Polizei begann in alle Richtungen zu ermitteln. Nicht ausgeschlossen wurde, dass der Handgranatenanschlag auch dem Sicherheitspersonal des Asylantenheimes gegolten haben könnte. Und so war es auch. Montag und Dienstag konnten Spezialkräfte der Polizei vier der Tat verdächtige Männer mit überwiegend osteuropäischem Migrationshintergrund festnehmen. Gegen drei der Verdächtigen wurde Haftbefehl wegen eines Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz erlassen. Als Motiv der Tat wird laut Mitteilung des Polizeipräsidiums Tuttlingen angegeben, dass es sich vermutlich um Konflikte zwischen den im Schwarzwald-Baar-Kreis tätigen Sicherheitsunternehmen handelt. Wegen laufender Ermittlungen kann jedoch noch nichts Näheres bekannt gegeben werden.

Die Polizei leistete gute Arbeit und konnte rasch die mutmaßlichen Täter ermitteln. Doch blamiert stehen Politiker wie Kretschmann oder Maas da, die ohne etwas zu wissen sofort mit Schuldzuweisungen in die falsche Richtung agierten.

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