Die syrische Armee und Russland müssen womöglich bald den Einmarsch türkischer und saudischer Truppen in Syrien zurückschlagen.

Foto: Bild: Freedom House / flickr (CC BY 2.0)
Türkei und Saudi-Arabien planen gemeinsamen Einmarsch in Syrien

Die Geheimdienstberichte mehren sich, wonach die Türkei und Saudi-Arabien militärisch in den Syrienkonflikt eingreifen wollen. Offiziell hat dies nun auch der türkische Präsident Recep Tyyip Erdogan angedroht. Die sunnitisch geprägten Staaten haben bereits in jüngerer Vergangenheit eine engere Kooperation im Nahen und Mittleren Osten vereinbart. Nur dürften sie auch eine militärische Allianz eingehen.

Strategischer Einmarsch geplant

Für einen Einmarsch sprechen mehrere Faktoren. Zum einen will die Türkei den äußerst lukrativen Ölschmuggel mit dem IS aufrechterhalten und strategisch wichtige Gebiete in Nordost-Syrien unter Kontrolle bringen, bevor sich dort die kurdischen Streitkräfte festsetzen. Als Scheinargument nennt der türkische Präsident immer wieder die Errichtung einer "Pufferzone" für Flüchtlinge, um den Ansturm in sein Land zu bremsen. In Wahrheit will sich die Türkei aber höchstwahrscheinlich bei einer völligen militärischen Eskalation in Syrien den nördlichen Teil des Landes einverleiben. 

Saudi-Arabien hingegen ist einer der erklärten Erzfeinde des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und Hauptunterstützer des IS. Durch einen Sturz Assads will man zudem die Macht des Irans, des wichtigsten Verbündeten Syriens, in der Region schwächen. 

Truppen wurden mobilisert

Saudi-Arabien soll bereits eine motorisierte Brigade an die Grenze zum Irak verlegt haben. Diese soll bei Bedarf weiter nach Syrien verlegt werden. Ein Sprecher der saudisch geführten Koalition, die aktuell im Jemen kämpft, betonte, Saudi-Arabien sei auch bereit, Bodentruppen nach Syrien zu entsenden. Dasselbe verlautbarten die verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate.

Auch die türkische Armee ist laut Erdogan "für jegliches Szenario gewappnet". Rund 18.000 Mann soll die Türkei für die Errichtung einer 30 Kilometer weiten "Pufferzone" in Syrien mobilisiert haben. Die Zone befindet sich nicht unzufällig in vom Islamischen Staat kontrolliertem Gebiet. Eine direkte Konfrontation mit Russland wäre in jedem Fall unausweichlich, weshalb gerade die USA von einem Truppeneinmarsch bisher absehen, wie US-Außenminister John Kerry am Rande einer Konferenz betonte.

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