Europol schlägt Alarm: Schon bis zu 5.000 europäische Terrorkämpfer nach Europa zurückgekehrt

 Europol-Direktor Rob Wainwright warnt eindringlich vor islamistischer Terrorgefahr in Europa Foto: World Economic Forum / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Europol-Direktor Rob Wainwright warnt eindringlich vor islamistischer Terrorgefahr in Europa
Foto: World Economic Forum / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
21. Februar 2016 - 12:30

Sie sind meist arabischer oder nordafrikanischer Abstammung, besitzen allerdings einen Reispass eines Staates der Europäischen Union. Dadurch können sie sich unbehelligt hier aufhalten und die offenen Grenzen nutzend frei bewegen. Gemeint sind Islamisten, die sich dem Islamischen Staat oder einer anderen Terrororganisation angeschlossen haben. Nach Schätzungen von Europol sind es 3.000 bis 5.000 "Europäer", die bereits Kampferfahrung in einem Terrorcamp gesammelt haben und nach Europa zurückgekehrt sind.

Terrorgefahr durch Rückkehrer

Die wachsende Zahl dieser ausländischen Kämpfer stelle die EU-Staaten vor völlig neue Herausforderungen und Europa stehe vor der größten Terrorgefahr seit zehn Jahren, beschreibt Europol-Direktor Rob Wainwright die Situation gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Wobei unter „ausländische Kämpfer“ EU-Bürger zu verstehen sind, die zu terroristischen Zwecken etwa nach Syrien oder in den Irak gereist waren und wieder nach Europa zurück gekehrt sind. Seiner Meinung nach sei es zu erwarten, dass der IS oder andere religiöse Terrorgruppen einen Anschlag irgendwo in Europa verüben werden - mit dem Ziel, hohe Verluste unter der Zivilbevölkerung zu erreichen. Es müssten aber nicht immer nur Gruppen sein, sondern es seien auch Einzeltäter möglich.

Dschihadisten auch in Österreich

Aus der Beantwortung einer Anfrage des freiheitlichen Abgeordneten Günther Kumpitsch an Innenministerin Johanna Mikl-Leitmer (ÖVP) geht hervor, dass  mit Ende Dezember letzten Jahres 259 der Behörde bekannte Dschihadisten in Österreich aufhältig sind oder waren. Es sei aber nur in Einzelfällen möglich festzustellen, für welche Gruppierungen sie tätig waren.

Weiters ist zu lesen, dass etwa 40 Prozent der genannten Personen Asylberechtigte seien, ca. drei Prozent Asylwerber und ca. zwei Prozent hätten einen sonstigen Aufenthaltstitel. 85 Dschihadisten besitzen laut der Beantwortung die österreichische Staatsbürgerschaft. In einzelnen Fällen sei eine Doppelstaatsbürgerschaft bekannt. Auf die Frage, ob diese Personen, die eine massive Bedrohung für die innere Sicherheit darstellen, abgeschoben worden sind, oder ob den österreichischen Staatsbürgern die Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, konnte das Ministerium keine Auskunft erteilen.

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