Die Türkei als Gefahr für Frieden in Syrien und möglicher Auslöser einer neuen Flüchtlingswelle

Die kurdischen YPG-Einheiten in Syrien sind der Türkei ein Dorn im Auge. Die Waffenruhe hindert Erdogan aktuell daran, gegen sie vorzugehen. Foto: VOA / Wikimedia (gemeinfrei)
Die kurdischen YPG-Einheiten in Syrien sind der Türkei ein Dorn im Auge. Die Waffenruhe hindert Erdogan aktuell daran, gegen sie vorzugehen.
Foto: VOA / Wikimedia (gemeinfrei)
27. Februar 2016 - 10:16

Seit Mitternacht gilt in Syrien eine von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe. Ihr hat sich der Großteil der im Land kämpfenden bewaffneten Truppen angeschlossen. Die Vereinbarung dürfte in den ersten Stunden weitestgehend eingehalten worden sein. Nur im Nordwesten des Landes beklagen Rebellen fortdauernde Angriffe durch die syrische Armee. Unklar ist jedoch, ob es sich bei den Angegriffenen nicht in Wahrheit um Dschihadisten handelt. Der Islamische Staat und die ebenso radikalislamische Al-Nusra-Front sind von dem Pakt ausgenommen und sollen weiterhin militärisch bekämpft werden.

Erdogan muss Attentäter-Theorie revidieren

Nicht zupass kam diese Waffenruhe wohl dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Edogan. Der hatte nach dem jüngsten blutigen Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara mit 28 Toten sofort eine gute Begründung für ein stärkeres Eingreifen seines Militärs in Syrien parat. Der Attentäter sei ein Mitglied des syrischen PKK-Ablegers gewesen sein. Eine Behauptung, die sich als haltlos herausstellte und die Erdogan nun – möglicherweise auf Druck der beiden Weltmächte USA und Russland – widerrief. Ein aus der Türkei stammenden kurdischer Extremist soll es nun gewesen sein.

Der Kurdenkonflikt, den Erdogan zuletzt nicht nur in Syrien, sondern auch im eigenen Land eskalieren ließ, führt zu wachsender Instabilität in der Türkei. Ein von der PKK und ihrem syrischen Ableger PYD kontrolliertes grenzüberschreitendes Territorium in der Türkei und in Syrien wolle Erdogan jedenfalls „mit allen Kräften verhindern“, so die Nahost-Expertin Karin Kneissl. Sie befürchtet Schlimmes, wenn der Präsident weiter mit solcher Brutalität gegen seine Gegner – ob Kurden oder säkulare Kräfte – vorgehe. „Er spricht ja auch nicht von Opposition, er spricht von den dunklen Mächten, von den Feinden Gottes.“

Kritiker Erdogans könnten die nächsten Flüchtlinge sein

Die Türkei, so vermutet Kneissl gegenüber FPÖ-TV, könnte dann sogar zum Ausgangspunkt einer neuen Flüchtlingswelle werden, wenn die von Erdogan Unterdrückten aus persönlichen Verfolgungsgründen das Land verlassen. Der EU-Aktionsplan, der vorsieht, die Türkei solle gegen Geld die Flüchtlingsströme eindämmen, steht somit auf tönernen Füßen - auch deshalb, weil außer Deutschland niemand zahlen will.

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Kommentare

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ist nicht nur eine Gefahr für Frieden in Syrien, nein, für ganz Europa. Es fing mit einer Türkenbelagerung x 2 in Wien an und setzt sich schön langsam in Europa fort. Merkel leistet dem Ganzen Vorschub...Das ist dann "ihr Europa"...

Exodus

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Na sicher. Der sowjetische Weltbrandstifter Putin läßt Syrien angreifen, dort Hunderte Bombenangriffe täglich fliegen, die Lebensmittelgrundlagen vernichten, Krankenhäuser und alle anderen zivilen Einrichtungen, ganze Wohngebiete der syrischen sunnitischen Mehrheitsbevölkerung mit dem Ziel der Vertreibung dieser.
Aber Schuld sind alle anderen. So sieht sie aus die Welt der Putin-Trolle. Lügen, das sich die Balken biegen. Und immer wiederholen. Dann glauben es einige Leute.

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Das stellte Präsident Putin selbst in seinen eigenen Medien ganz offen klar: “Russland hindert Westen daran, Assad zu bombardieren. Das Hauptziel der US-Koalition in Syrien ist nicht die Bekämpfung des Islamischen Staates, sondern ein Regimewechsel. Gerade deshalb stemmen sich die USA gegen die russischen Waffenlieferungen an Präsident Baschar al-Assad. Ohne russische Hilfe wäre es in Syrien schlimmer als in Libyen. … Die russische Regierung schließt eine Truppenentsendung nach Syrien nicht mehr völlig aus, sollte die Regierung in Damaskus darum bitten.”
https://www.mzw-widerstand.com/kampf-um-das-welt-herzland-fuer-die-lobby...

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Das Hauptziel der SYRER ist ein Regimewechsel. Dafür gingen sie vor 5 Jahren in Massendemonstrationen auf die Straße und dafür kämpfen sie. Und für ihren Mut und ihre Opferbereitschaft verdienen sie Anerkennung.
Das Hauptziel des Regimes, samt seiner sowjetischen und iranischen Helfer - der sowjetisch-schiitischen Terroristenkoalition - ist die ethnische "Säuberung" Syriens von der Mehrheitsbevölkerung.
Kein Deutscher mit Geschichtsbewußtsein bezüglich der eigenen Vertreibungsgeschichte unseres Volkes aus dem östlichen Drittel Deutschlands kann deshalb die Politik Putins/ASSads gutheißen.

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Um zu verstehen, warum der Dämon USrael so verbissen die Vernichtung Syriens betreibt, muss man die Hintergründe des Konflikts besser verstehen, dass nämlich das usraelische Weltsystem mit Syrien stehen oder fallen kann. Entgleitet USrael der Kampf um Syrien, droht dem Welt-Hegemon eine Neuordnung der Welt, und zwar ohne seine Dominanz.
Für den Westen hat allein schon die geopolitische Lage Syriens größte Bedeutung, und damit natürlich die Frage, wer dort regiert. Die Lobby benötigt die Kontrolle über die Rohstoffe der Welt, um ihre Weltmacht nicht zu verlieren, und da spielt Syrien eine wichtige Rolle. Die jüdisch kontrollierten Weltmedien sahen es deshalb bereits im Jahr 2012 als unausweichlich an, dass Präsident Baschar al-Assad gestürzt und das Land in Lobby-Hände fallen würde.

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Israel war mit Assad ganz zufrieden, 40 Jahre gaben die beiden Nachbarn aufeinander keinen Schuß ab. Zu behaupten Israel betreibe den Sturz seines zuverlässigen Nachbarn, zeigt wie dreist und unverschämt von den Putin-Freaks gelogen wird !
So war es übrigens auch im Falle Gaddafis, der selber teilweise jüdischer Herkuft war.
Israel hatte ÜBERHAUPT KEIN Interesse am Volksaufstand in den arabischen Ländern 2011. Denn bis dahin hatten sie alles gut unter Kontrolle, bez. der Drangasalierung der Palästinenser. Es ist absurd zu behaupten, eine Verunsicherung der Lage läge im Interesse Israels oder der USA.

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Sie sprechen da wohl von Ihrer eigenen irren Welt! Man könnte veranlaßt sein, Ihre Kommentare seien von blindem Haß und Realitätsverweigerung gekennzeichnet, wenn man nicht wüßte, daß es sich hierbei um hochgradige Schizophrenie handelt.

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Die Schizophrenie liegt ganz bei Trollen deiner Sorte. Putin bombt die Syrer aus Syrien hinaus und das freut euch Putin-Cheerleaders. Nur dann nicht wenn sich die Syrer um ihre finanzielle Lage zu verbessern auf den Weg in den Westen machen.

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Dann glauben es einige Leute." - Ihre eigenen Worte F.Dinghofer; wie RECHT sie haben! Sie selbst bedienen sich dieser Methode, allerdings ohne jegliche Beweise.

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Die Beweise liefern die sowjetischen Aggressoren selbst mit Hunderten Bombenangriffen täglich.
Die ganze Welt sieht es, nur in einigen Putin-Trollforen regiert ein Paralleluniversum aus Lüge und Täuschung. Und Hetze gegen Aufklärer.

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