Seit Samstag schweigen in Syrien die Waffen – auf Dauer?

Foto: Bild: VOA News / Wikimedia (PD)
Unzensuriert-TV: Syrien – Ist Frieden möglich?

Ist mit der seit Samstag geltenden Waffenruhe in Syrien der Weg frei für Frieden? Oder kalkulieren die maßgeblichen Mächte bereits das Scheitern der bevorstehenden Friedensgespräche ein? Unzensuriert-TV geht in seiner aktuellen Ausgabe der Frage nach: „Syrien – Ist Frieden möglich?“ Die Nahost-Expertin Karin Kneissl und die aus Syrien stammende Bürgerrechts-Aktivistin Rima Darious kommen darin ausführlich zu Wort.

Kneissl glaubt an Erhalt von Syrien als Staat

Kneissl sieht wesentliche Vorbedingungen für erfolgreiche Friedensverhandlungen als erfüllt an, zumal sämtliche „Drahtzieher – die wesentlichen Regionalmächte plus USA und Russland“ an Bord seien. Wesentlich sei vor allem das Mitwirken des Iran – „Da haben sich die USA gegen Saudi-Arabien durchgesetzt“ – und der Regierung Assad, zu dessen Bedeutung Kneissl anmerkt: „Es gibt ja den alten Spruch ‚Totgesagte leben länger‘ – und das trifft zweifellos auf Assad zu.“ Kneissl glaubt daran, dass Syrien als Staat erhalten bleiben wird und nicht, wie dies etwa Israels Premier Netanyahu prophezeit hat, das Schicksal einer „Balkanisierung“ erleiden wird. Vor allem der Iran , aber auch Russland, und hinter den Kulissen China würden massiv danach trachten, dass Syrien nicht wegfällt, „Syrien ist das westliche Ende der Seidenstraße, an der China handelsmäßig, aber auch geopolitisch emsig arbeitet.“

Darious skeptisch über Einfluss auf Terroristen: Sollen wir ihnen Blumen schenken?

Rima Darious strahlt für die nun beginnenden Friedensgespräche wesentlich weniger Optimismus aus und zweifelt, ob  diejenigen, die über das Schicksal des Landes verhandeln, genügen Einfluss auf die Kampfparteien haben: „Ein Syrischer Nationalrat in Istanbul, ein Rat in Katar, eine Gruppe in Riad – wer ist das?“ Darious sieht als unabdingbare Voraussetzung für Frieden das Niederkämpfen der Terroristen, insbesondere des Islamischen Staats (IS), was sie den Verhandlern nicht zutraut: „Sie werden dasitzen in ihren Anzügen und sagen: Wir werden die Kämpfe stoppen. Aber wie werden Sie mit dem IS und Al-Nusra verhandeln? Sollen wir ihnen Blumen schenken?“

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