Trotz Waffenstillstand: Türkei unterstützt weiterhin Islamisten in syrischen Grenzgebieten

Die Türkei unterstützt trotz vereinbarter Waffenruhe weiterhin Islamisten in den Grenzgebieten Syriens. Foto: news channel online 24/24 ( 2015 ) / wikimedia (CC BY 3.0)
Die Türkei unterstützt trotz vereinbarter Waffenruhe weiterhin Islamisten in den Grenzgebieten Syriens.
Foto: news channel online 24/24 ( 2015 ) / wikimedia (CC BY 3.0)
5. März 2016 - 18:34

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Trotz eines vereinbarten Waffenstillstandes aller Konfliktparteien in Syrien erheben Kämpfer der syrisch-kurdischen Volkbefreiungseinheiten (YPG) schwere Vorwürfe gegen die Türkei. Diese soll immer noch Terroristen der Al-Nusra-Front und des IS im Grenzgbiet logistisch und medizinisch versorgen.

Kurden werden von Türkei an IS ausgeliefert

Die YPG haben für ihre Anschuldigungen Bild- sowie Filmmaterial vorgelegt. Darauf ist zu sehen, wie Lkw-Kolonnen aus der Türkei Gebiete unter der Kontrolle der Dschihadistenmiliz Al-Nusra beliefern. Auch zahlreiche Dörfer im Grenzgebiet sollen unter Aufsicht türkischer Militäreinheiten als Ausbildungsstätten für potentielle Islamisten genutzt werden. Bereits in der Vergangenheit gab es zahlreiche Beweise für die direkte Verbindung zwischen der Türkei und islamistischen Einheiten in Syrien und dem Irak, primär in den Bereichen des Ölhandels und der medizinischen Versorgung. Unzensuriert.at berichtete bereits des öfteren darüber.

YPG-Anführer Abdu Khalil Afrin meint weiter, die Türkei würde in Gefangenschaft geratene Kurden an die Islamisten der Al-Nusra ausliefern, während beispielsweise verwundete IS-Kämpfer unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in türkischen Spitälern behandelt würden. Die Türkei betrachte die YPG ihrerseits als Terrorgruppierung, während die kurdischen Einheiten von den USA und Russland als Verbündeter im Kampf gegen die Dschihadisten unterstützt werden.

Auch "Rebellen" kritisieren Türkei

Auch die "gemäßigten Rebellen" der Freien Syrischen Armee (FSA) bestätigten gegenüber Russia Today die Verbindungen der Türkei mit den Islamisten-Gruppierungen. Die Türkei liefere militärisches Material in großem Stil an Al-Kaida und den IS in Syrien, um alle Rebellen zu bekämpfen und schließlich die Kurdengebiete besetzen zu können. Türkische Offizielle halten demgegenüber an ihrem "Recht der Selbstverteidigung" durch Intervention fest. Wenn Syrien nicht in der Lage sei, seine territoriale Integrität zu wahren, müsse dies eben das türkische Militär in den Grenzgebieten übernehmen. Dabei enstand die prekäre Sicherheitslage in den Grenzgebieten erst, als die Türkei begann, kurdische Stellungen anzugreifen und Korridore für Islamisten nach Syrien und den Irak zu schaffen.

Die unterschiedlichen Kampfgruppen in Syrien werden in der neuen Ausgabe von Unzensuriert-TV "Syrien - Ist Frieden möglich?" vorgestellt

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