In der Dortmunder Auslandsgesellschaft bestimmen muslimische Jugendliche das künstlerische Programm der Galerie.

Bild: Mathias Bigge / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Maler musste Bild abhängen, weil es Migranten nicht gefiel

Das hat Maler Franz Ott auch noch nie erlebt! Ein Bild seiner Ausstellung in der Dortmunder Auslandsgesellschaft sorgte bei Migranten für Missfallen, weshalb er "gezwungen" wurde, sein Werk mit dem Titel "Die Sklaverei ist vorbei" wieder abzuhängen. Auf dem großformatigen Gemälde ist eine dunkelhäutige Frau abgebildet, die dem Betrachter ihren vom knappen Kleid kaum bedeckten Hintern entgegenstreckt. Die Frau ist tief nach unten gebückt und ihr Kopf befindet sich auf gleicher Höhe wie der Schritt des dahinter stehenden Mannes.

Freiheit der Kunst

Die Darstellung des Bildes ist so plakativ, dass der Betrachter erst beim genaueren Hinsehen weitere Details und die sozialkritische Aussage des Bildes wahrnimmt. Die Ruhrnachrichten schreiben, dass der Maler Franz Ott über die Intervention der Mitarbeiter der Auslandsgesellschaft, dieses Bild wieder abzuhängen, gar nicht glücklich war und zuerst auf die "Freiheit der Kunst", die nicht zensiert werden dürfe, pochte. Doch schließlich gab der Maler "aus Rücksicht auf die kulturellen Befindlichkeiten einiger Besucher" nach und entfernte das Bild aus der Ausstellung.

Männliche Jugendliche reagierten extrem

Die Ruhrnachrichten beschreiben, wie einige der männlichen Jugendlichen extrem auf das Werk von Franz Ott reagierten:

Sie hätten sich vor das Bild gestellt und unter Johlen heftige, unsittliche, vulgäre Gesten gemacht und Sex mit der gemalten Frau angedeutet.

Einige andere junge Araber reagierten anders, aber nicht weniger heftig: Sie stürmten zu ihrem Deutschlehrer und forderten empört, das Bild sofort abzuhängen: Es sei nicht richtig, eine Frau derart herabwürdigend darzustellen.

In die Dortmunder Auslandsgesellschaft kommen täglich 100 bis 140 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, um Deutsch zu lernen. Sie sind zwischen 15 und 18 Jahre alt. 97 Prozent von ihnen stammen aus arabischen Ländern, die meisten sind männlich.

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