Dubiose Vorgänge bei Neuzulassung von Pflanzengift in der Europäischen Union

Glyphosat – für WHO „wahrscheinlich krebserregend“,  für EU-Experten hingegen „wahrscheinlich unbedenklich“ (Symbolfoto) Foto: Wikimedia (gemeinfrei)
Glyphosat – für WHO „wahrscheinlich krebserregend“, für EU-Experten hingegen „wahrscheinlich unbedenklich“ (Symbolfoto)
Foto: Wikimedia (gemeinfrei)
8. März 2016 - 18:57

Im März des vergangenen Jahres stuften von der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) der WHO beauftragte Experten das weltweit am häufigsten eingesetzte Pflanzenschutzmittel Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein. Dies dürfte für kurzzeitige Irritation bei der internationalen Pflanzengiftlobby gesorgt haben, stand und steht doch die Neuzulassung des umstrittenen Herbizids für weitere 15 Jahre in der EU an. ORF.at berichtet diesbezüglich über dubiose Vorgänge beim Zustandekommen einer positiven Beurteilung durch die  Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Erforderlich ist eine qualifizierte Mehrheit der EU-Mitgliedsländer. Österreich wird der Neuzulassung voraussichtlich zustimmen.  

Neuzulassung soll durchgepeitscht werden

Mit der Prüfung der Neuzulassung in der EU wurde das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als verantwortliche nationale Behörde beauftragt. Dort kam man merkwürdiger Weise zu einem konträren Ergebnis, als die Forscher der Weltgesundheitsorganisation zuvor. Auf den deutschen Ergebnissen aufbauend erfolgte letzten November eine positive Stellungnahme der EFSA, was von Seite der WHO zu heftiger Kritik führte. Der Leiter der unabhängigen WHO-Forscher Christopher Portier bemängelt in einem offenen Brief an den zuständigen EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis die Vorgangsweise der EFSA. "Unter Verwendung unbrauchbarer historischer Kontrolldaten und unter Ignorieren der anerkannten OECD Richtlinien [..]verwarf das BfR unrichtigerweise alle Befunde zu den von Glyphosat verursachten Krebseffekten bei Tieren als zufällig", kritisierte er das Zustandekommen der positiven Stellungnahme.

Zugrundeliegende Studien stammen von Glyphosat herstellenden Firmen

Bezeichnend für die Macht der Giftlobby ist der Umstand, dass die Entscheidung der EFSA wesentlich auf drei Studien beruht, die allesamt aus der Feder glyphosatherstellender Firmen stammen. Eine Veröffentlichung der Studien wurde mit dem Argument von Geschäftsgeheimnissen verweigert. Ebenso geheim bleiben die Namen der Studienautoren, angeblich aus „Personenschutzgründen.“

Auch „Experten“ bleiben geheim

Über die Neuzulassung des Pflanzengiftes werden die einzelnen Experten der Mitgliedsstaaten zu entscheiden haben. Für Österreich sind das sechs Mitarbeiter der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES). Und diese Personen werden dieselben sein, die bereits für die Risikobewertung zuständig waren. Wie schon bei den Studien und deren Autoren bleiben auch die Namen dieser Experten geheim.

wandere aus, solange es noch geht

Wollen Sie täglich per Mail über die neuesten Artikel informiert werden? Hier können Sie sich anmelden.
Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
in

Kommentare

11
68

von glyphosat auf unbestimmte zeit verschoben. die brauereien haben sich vehement dagegen ausgesprochen. man darf gespannt sein...

11
68

gibt bei einer so positiven meldung einen minuspunkt? kann ja nur einer sein, der glyphosat UNBEDINGT haben will...

18
75

sie stimmen alles zu, denn die Europäer, wenn sie sich nicht vermischen wollen, müssen vergiftet werden und die geheimen Verhandlungen mit TTIP laufen weiter, ohne dem Volk.....

18
71

die grünen sofort nach besteuerung, da ja umweltverschmutzend. jedoch bei diesem thema höre ich noch nicht einmal ein leises murren aus dieser ecke...

Bild des Benutzers der faule Willi
Bild des Benutzers der faule Willi
24
78

... eine Talliban, Al Kaida, oder ähnliche Terrorgruppen
- in der Art, wie sie uns von den "gleichgeschalteten" System-Medien präsentiert werden -
tatsächlich, so hätten die mit Sicherheit andere Ziele als z.B. eine systemkritische Satire-Zeitung oder einen nur mit (zur Zeit des Anschlags) "unwichtigen Menschen" bevölkerten Doppelturm im Auge!
.
Ein Beispiel neben vielen anderen wäre:
Monsanto, der unmenschlichste und wörtlich über Leichen gehende Großkotzern (der z.B. in Indien viele Selbstmorde von Bauern auf dem Gewissen hat) wäre ein geeignetes Ziel, ...
.
Nicht dass ich jetzt jemanden zu Gewaltausübung aufrufe, Gott bewahre!

der wahre Faschismus ist LINKS!
dfW

29
77

sitzen auch in österreich NUR rückgratlose politiker, ein wurm hat geradezu ein stählernes, und darum wird auch österreich FÜR eine verlängerung dieses teufelszeugs stimmen. es ist also wieder einmal erwiesen, daß österreichs politiker immer und überall GEGEN die menschen und die umwelt sind. manchmal fragt man sich ob diese keine kinder haben, weil ihnen alles so egal zu sein scheint?????

40
78

ist für viele Pflanzen und Tiere tödlich, für den Menschen sehr schädlich. Die krebserregende Wirkung ist dabei noch das allerkleinste Übel, deshalb wird wohl nur darauf "herumgehackt". Das die Bienen sterben, Mücken und Larven in den Flüssen und in der Folge wegen Nahrungsmangel die Vögel und Fische, das wird verschwiegen. Fehlgeburten, Allergien und Atemwegserkrankungen beim Menschen werden ebenso verschwiegen. Das inzwischen über 90% der Bevölkerung erhebliche Glyphosatmengen im Urin haben interessiert auch Niemanden.

DDT und Asbest aus dem europäischen Markt zu verbannen hat auch über 40 Jahre gedauert. Im Boden, in Nahrungsmitteln und im menschlichen Körper ist es trotz Verbot immer noch enthalten.

Ist wohl ein geiles Gefühl, wenn die Babies mit der Muttermilch auch gleich noch Dichlordiphenyltrichlorethan erhalten. So bekommen sie wenigstens keine Läuse.

wer selber denkt ist weniger abhängig von anderen

35
79

die europäischen Völker vergiften, arbeiten sie gleichzeitig an der Vollentwaffnung, um die Sicherheit zu erhöhen und Leben zu retten. Der Wahnsinn der Heuchelei.

38
81

...und dann Glyphosat im Bier...und wo noch oberall? Brüssel sollte daran zu Grunde gehen.

Bild des Benutzers Richard Joseph Huber
Bild des Benutzers Richard Joseph Huber
35
78

und Monsanto.
Gestern Montag am 07.03.2016 ist Stichtag für die Vergiftung Europas. Trotz Einstufung "Krebserregend" durch die WHO will die EO-Kommission die Zulassung dieses Monsantogiftes durchpeitschen. Nicht nur der "Giftriese", Giftstoffeerzeuger handelt kriminell, auch die Brüsselbeamten, Befürworter machen sich mitschuldig am Absterben biologisch angebauter Kulturen, an der Erkrankung Millionen von Menschen und zwingen sie des weiteren als Versuchskaninchen für die ebenso kriminellen "Tablettenhersteller" fungieren zu müssen. Allein durch den Verkauf des Glyphosatproduktes, mit dem klingenden Namen "Roundup"-"Rund geht`s", verdient der Chemiekonzern 8,5 Milliarden $ und sind die Beteiligten ausschliesslich auf Gewinnmaximierung aus. Folgeschäden werden mit "neuen Mitteln" bekämpft, der Betrug am Menschen definiert sich an unendliche Geschichte, an Verderben.

EU=„Entdemokratisierte Union“