Hätten die Beamten das linke Magazin „Spiegel“ mit winkender Kanzlerin im Auto gehabt, wäre das sicher nicht provozierend und unprofessionell gewesen.

Foto: Bild: COMPACT-Magazin
Polizei entschuldigt sich für Compact-Magazin in Einsatzfahrzeug

Das Compact-Magazin des Journalisten Jürgen Elsässer erfreut sich beim politischen Establishment der Bundesrepublik Deutschland nur äußerst geringer Beliebtheit. Kritisch und ausführlich werden darin aktuelle politische Ereignisse und Zustände aufbereitet und einer immer größer werdenden Leserschaft zur Kenntnis gebracht. Laut Wikipedia bietet das Magazin  „rechtspopulistischen, antiamerikanischen und verschwörungstheoretischen Positionen“ ein Forum. Derartig charakterisiert, ist es ein Leichtes, damit auch die Leserschaft einschlägig zu punzieren und Gesinnungsterror auszuüben.

Linksaktivist twittert Foto

Letzten Mittwoch veranstaltete die Alternative für Deutschland (AfD) in Jena eine Kundgebung, zu der laut Polizeiangaben rund 550 Teilnehmer gekommen waren. Laut Veranstalter konnten jedoch aufgrund randalierender Gegendemonstranten hunderte weitere Interessenten nicht zum Veranstaltungsort durchdringen. Fünf AfD-Sympathisanten wurden von Randalierern verletzt.

Um gewaltbereite Gegendemonstranten von der Kundgebung fernzuhalten, wurden Polizeikräfte bereitgestellt. In der Windschutzscheibe eines Einsatzfahrzeuges der Polizei wurde nun von einem Mitglied der evangelischen Jugendgemeinde in Jena die letzte Ausgabe besagten Compact-Magazins mit Frauke Petry am Titelblatt entdeckt, fotografiert und auf Twitter veröffentlicht. „Müssen wir uns um die Neutralität der @Polizei_Thuer sorgen machen, wenn sowas in der Frontscheibe liegt?“ fragt darin diese Person.

Gesinnungsterror wirkt

Das Liegenlassen der politisch nicht korrekten Zeitschrift hatte für die betreffenden Beamten  Konsequenzen. Rasch beeilte sich die Polizeiführung, sich für das „Vergehen“ der Beamten zu entschuldigen, und kündigte eine interne Untersuchung an. Mittlerweile wurden die beiden Polizisten versetzt. Keineswegs Rückendeckung erhielten sie von ihren Gewerkschaftsvertretern. Ganz im Gegenteil: Der Thüringer Chef der Gewerkschaft der Polizei, Kai Christ, nannte das Ausstellen der Zeitung "provozierend und extrem unprofessionell". Christ sprach aber von einem Einzelfall: "Davon lässt sich keinesfalls ableiten, dass die Thüringer Polizei grundsätzlich rechts orientiert ist", versicherte er gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

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