Kein nackter Welke in der "heute show", dafür eine frustrierte Ursula von der Leyen | Unzensuriert.at

Kein nackter Welke in der "heute show", dafür eine frustrierte Ursula von der Leyen

Politiker unter Schock: Bei Anne Will versprühte Ursula von der Leyen Giftpfeile in Richtung AfD. Foto: Global Panorama / flickr (CC BY-SA 2.0)
Politiker unter Schock: Bei Anne Will versprühte Ursula von der Leyen Giftpfeile in Richtung AfD.
Foto: Global Panorama / flickr (CC BY-SA 2.0)
15. März 2016 - 11:29

Es wird ihn also nicht geben, den nackten Oliver Welke in der ZDF-"heute show" am nächsten Freitag. Dieser wollte ja den Oberkörper unbekleidet herzeigen, wenn die AfD bei einer der drei Landtagswahlen unter neun Prozent geblieben wäre.

Die Wähler entschieden sich für die AfD und gegen das unmoralische Angebot des Moderators, der nun seit dem Wahlsonntag Witze über Ursula von der Leyen reißen kann. Denn im Talk von Anne Will zeigte sich die Frau Doktor frustriert und dermaßen giftig, dass man den Eindruck gewinnen konnte, sie wäre als Kettenhund von Angela Merkel in die Sendung geschickt worden, um AfD-Vorstandsmitglied Beatrix von Storch auf die Gurgel zu springen.

CDU und SPD zur Selbstkritik nicht willens

Dabei hatte Beatrix von Storch und ihre Partei nichts anderes angerichtet, als einen noch nie da gewesenen Wahltriumph einzufahren. Aus dem Stand bei allen drei Landtagswahlen zweistellig, aus dem Stand in Sachsen-Anhalt zweitstärkste Fraktion. Beatrix von Storch saß bei Anne Will zwischen Ursula von der Leyen (CDU) und dem stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Ralf Steger, der in Talkshows meist schlechte Laune verbreitet. Nach diesem Wahlabend hatte er allerdings allen Grund dazu. Abwechselnd mit von der Leyen drosch er verbal auf Storch und die AfD ein. Schnell wurde dem Publikum klar: Auch nach diesem Desaster sind die beiden zur Selbstkritik nicht willens.

Kanzlerin Angela Merkel in der falschen Partei

Drei Mal fragte Anne Will Stegner, was die SPD denn falsch gemacht habe. Drei Mal blieb er eine Antwort schuldig. Stattdessen wusste er ständig zu erzählen, was die AfD falsch mache. Ebenso Ursula von der Leyen. Die Verteidigungsministerin wusste sich zu verteidigen, gab ihre Siegesformel aus: Wer Merkels Kurs in der Flüchtlingspolitik unterstützt, wird zum Siegertyp. Wie der Grüne Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg oder die rote Malu Dreyer in Rheinland-Pfalz.

Plagiatsjäger ertappten Doktor von der Leyen

Das allein wäre schon genug Stoff für Oliver Welkes "heute show". Aber Ursula von der Leyen scheint eine regelrechte Fundgrube für Satiresendungen zu sein. Von einer Kommission der Medizinischen Hochschule Hannover des Plagiats überführt, darf sie ihren Doktortitel trotzdem behalten. In ihrer Diplomarbeit hat sie herausgefunden, dass sich ein Bad auch auf Schwangere mit vorzeitigem Blasensprung positiv auswirkt.

Während die Plagiatsjäger von VroniPlag Wiki beanstandet hatten, dass ein Drittel der Doktorarbeit abgeschrieben sei, wie der Spiegel berichtet, stellte die Kommission fest, dass "nur" 20 Prozent der Arbeit fehlerhaft wäre. Die Hochschule wollte der Ministerin keine Täuschungsabsicht unterstellen. Die etwas krude Begründung dafür:

Dass von der Leyen unterschiedliche Fehler gemacht habe (mal eine falsche Quelle genannt, mal gar keine) spreche laut Kommission dafür, dass sie zwar geschludert habe, aber nicht täuschen wollte.

"Politiker unter Schock"

Diese Peinlichkeit hat Beatrix von Storch ihrer Widersacherin von der Leyen übrigens nicht vorgehalten, obwohl die Verteidigungsministerin ziemlich gemein argumentierte, der AfD vorhielt, Schießbefehle an der Grenze geben zu wollen oder der AfD quasi eine Mitschuld gab, dass in Deutschland Asylantenheime brennen würden.

Aussagen, die wohl in die Kategorie "Politiker unter Schock" eingeordnet gehören. Vielleicht kann Oliver Welke am Freitag daraus etwas machen für seine Sendung - und dafür braucht er sich auch nicht nackt zu präsentieren.

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