Blick in die Glashalle der Leipziger Buchmesse. Der ihr vom ORF angedichtete Schwerpunkt „gegen Hass und Hetze“ ist dem offiziellen Internetauftritt der Veranstaltung nicht zu entnehmen.

Bild: Leipziger Messe GmbH / Uli Koch
„Mein Kampf gegen Rechts“ – ORF instrumentalisiert Leipziger Buchmesse

Der ORF berichtete in der ZiB2 am Freitag über die Leipziger Buchmesse, genauer gesagt über die „Leipziger Buchmesse gegen Hass und Hetze“. Vorgestellt wurde das Buch „Mein Kampf gegen Rechts“ der Initiative „Gesicht zeigen!“, das – so der ORF – „für ein weltoffenes, menschliches Deutschland wirbt“. Man sei sich, so das Resümee des Beitrags, im „Buchmessen-Leipzig“ einig, „dass Europa zur Zeit durch all jene gefährdeter ist, die Hass und Vorurteile schüren, als durch die vielen Menschen auf der Flucht.

Kommentar von Unzensurix

Großartig, wie sich der ORF mit seiner Bannerträgerin Lou Lorenz-Dittlbacher ins Kampfgetümmel gegen rechts wirft. Dass dazu die Leipziger Buchmesse instrumentalisiert wird, bietet sich insofern an, weil diese Veranstaltung im bösen deutschen Osten stattfindet, wo man in einem Nebenland Sachsens gerade erst erleben musste, dass die ehemaligen DDRler noch immer nicht reif für die Demokratie sind.

Da traf es sich doch gerade ausgezeichnet, dass der Urheberschutz einer literarischen Missgeburt gerade ausgelaufen ist, die eigentlich schon zu Veröffentlichungszeiten viele dazu veranlasst hat, sich darüber lächerlich zu machen.

Denn auch wenn die Schauerlichkeit des Textes von einer noch schrecklicheren Geschichte überholt worden ist, hat doch Karl Kraus durchaus Recht behalten, als er diesem literarischen Dreck nur die gebührende Verächtlichkeit entgegengebracht hatte.

Dass elf Autoren und Autorinnen sich zusammentaten, um ihr persönliches Leid in einer schwer zu verstehenden Welt zu schildern, ist natürlich mehr als legitim. Doch weshalb diese sich bemüßigt fühlten, eine Verbindung zum Kampf des böhmischen Gefreiten finden zu wollen, hängt vielleicht damit zusammen, dass es en vogue bleibt, die Kunst (und daher auch die Literatur) nur mit dem linken Auge betrachten zu wollen.

So muss man inständig hoffen, dass Frau Lorenz als zwölfte/r Apostel/in in diesen erlauchten Kreis der Zeitgeistkritiker aufgenommen wird. Verdient hätte sie es!

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