London: Islamistische Selbstgeißelung verboten

Das blutige Ritual findet auch mitten in Londoner Vorstädten statt. Foto: Gabby Canonizado - Wikimedia - (CC BY 2.0)
Das blutige Ritual findet auch mitten in Londoner Vorstädten statt.
Foto: Gabby Canonizado - Wikimedia - (CC BY 2.0)
21. März 2016 - 10:00

In London ist eine hitzige Debatte um religiöse Praktiken des Islams entstanden: Ein traditionelles Ritual wurde durch einen Entscheid verboten - die Praxis ist so extrem, dass sie sogar im Iran schon längst illegal ist.

Selbstgeißelung mit Messern

Beim "Zanjeer Zani" benutzen fundamentalistische Muslime eine Art Kette, an der kleine rasiermesserscharfe Klingen befestigt sind, um sich selbst auszupeitschen. Bei dem blutigen Schauspiel werden sie von einer großen Menge anderer Muslime umringt, die ihnen dabei zujubeln. 

2013 kam es im Londoner Stadtteil Tooting nach der Selbstgeißelung - die eine religiöse Praxis der islamischen Schiiten ist - zu tätlichen Auseinandersetzungen, weswegen rechtliche Schritte eingeleitet wurden. Selbst der Rat der Moschee, in der das Ritual ausgetragen wird, will sie schon seit Jahren verhindern, kann sich aber nicht gegen die Teilnehmer durchsetzen. Selbst der Teppich im Gebetsraum der Moschee musste bereits ersetzt werden, da er von dem umherspritzenden Blut verunreinigt wurde.

Gerichtlicher Beschluss verbietet Blutvergießen

Ein Gericht hat nun laut der Daily Mail die Teilnahme der vierzehn namentlich genannten Schiiten am Selbstgeißelungsritual untersagt. Ein Sprecher der Gruppe jedoch, Nadeem Abbas, behauptet, das Ritual sei nur ein Vorwand, um die Hardliner wegen politischen Motiven der Moscheeführung aus der Moschee zu schaffen, und dass sich trotz des Verbotes am nächsten Festtag andere Männer finden werden, die den Ritus vollziehen.

Selbst Londoner Behörden zeigen sich besorgt über die extremistischen Traditionen: "Wir wären besorgt über die Konsequenzen für die öffentliche Gesundheit, wenn diese Form der Andacht weiterhin stattfindet, und möchten daher mit der lokalen Gemeinschaft, der Polizei und anderen Organisationen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass das Risiko für die öffentliche Gesundheit minimiert wird." Durch das weit verteilte Blut könnten Krankheiten übertragen werden.

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