Syrische Armee konnte Weltkulturerbe-Stadt Palmyra vom IS zurückerobern

Der berühmte Triumphbogen in Palmyra - mittlerweile von IS-Schergen gegsprengt. Foto: wikipedia.org - Bernard Gagnon - CC BY-SA 3.0
Der berühmte Triumphbogen in Palmyra - mittlerweile von IS-Schergen gegsprengt.
Foto: wikipedia.org - Bernard Gagnon - CC BY-SA 3.0
23. März 2016 - 17:50

Mit Entsetzen blickte die Öffentlichkeit Mitte Mai des Vorjahres in die syrische Weltkulturerbe-Stadt Palmyra, wo die eingefallenen Kämpfer des IS (Islamischer Staat, Daesh) die in ihren Augen „gottlosen“ Zeugnisse vor-islamischer Kulturen zerstörten – darunter der berühmte Triumphbogen und andere altorientalische Raritäten. Schon seit Tagen versuchte die Syrische Armee, die verbliebenen Baujuwele ohne Einsatz schwerer Waffen oder Bomben zurückzuerobern – das scheint nun gelungen. Wie das Magazin Sputnik meldet, habe ein syrischer Brigadegeneral die Rückgewinnung des historischen Teils der Stadt Tadmor (neue Stadt neben Palmyra) bestätigt.

Loyale Stämme halfen Armee im Kampf Mann gegen Mann

Vorausgegangen waren verlustreiche Kämpfe, bei denen vor allem der IS zahlreiche Tote zu beklagen hatte. Ohne den Einsatz von Kampfflugzeugen und Panzern mussten sich die Regierungstruppen teilweise Mann gegen Mann im Infanteriekampf an die Ruinenstadt heranarbeiten. Die Vorbereitungen für die Offensive waren mit Unterstützung der russischen Luftwaffe, aber auch durch loyale Einheiten arabischer Stämme durchgeführt worden. Dabei wurden vor allem die Versorgungswege der IS-Truppen abgeschnitten. Gegenangriffe der Islamisten brachen im massiven Artilleriefeuer des beteiligten Sturmtrupps „Wüstenfalken“ zusammen.

Historische Funde gehen bis in die Jungsteinzeit zurück

Palmyra ist eine von sechs UNESCO-Weltkulturerbestätten in Syrien. Die Syrische Armee konnte bei ihrem Abzug voriges Jahr zwar die Zivilbevölkerung und besonders wertvolle Exponate aus dem Zentralmuseum evakuieren, die einzigartigen Ruinen jedoch mussten sie im Stich lassen. Die ältesten Funde in der Oasenstadt stammen aus der Jungsteinzeit. In der Römerzeit bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. gelangte die Stadt, die mitten in der Wüste über zwei Quellen und legendäre Palmenhaine verfügte, zu großer Bedeutung, lag sie doch an einer stark frequentierten Karawanenstraße zwischen Damaskus und dem Euphrat (heutiger Irak).

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