Buch enthüllt: Auch Amerikaner vergewaltigten ab 1945 massenhaft deutsche Frauen

Vorrückende GI's in Deutschland 1945: Bis heute hält sich die Mär von den edlen "Befreiern", Übergriffe galten bisher als Tabu. Foto: wikimedia.org - US Army - public domain
Vorrückende GI's in Deutschland 1945: Bis heute hält sich die Mär von den edlen "Befreiern", Übergriffe galten bisher als Tabu.
Foto: wikimedia.org - US Army - public domain
24. März 2016 - 13:46

Für großes Aufsehen unter Deutschlands ehemaligen westlichen Kriegsgegnern sorgt derzeit ein neues Buch, in dem mit der Mär vom exklusiv schändenden und vergewaltigenden Russen aufgeräumt wird. Die Autorin Miriam Gebhard, Professorin der Universität Koblenz, beweist in ihrem Werk „Als die Soldaten kamen – Vergewaltigungen im Zweiten Weltkrieg“, dass auch Franzosen, Briten und ganz besonders Amerikaner in großer Zahl an Übergriffen an Frauen beteiligt waren, aber so gut wie nie zur Rechenschaft gezogen wurden. Die Zahl der Opfer wird auf mindestens eine Million geschätzt.

Schnell galt man als "Ami-Liebchen"

Wie Gebhard dem Internet-Nachrichtenmagazin Sputniknews erklärt, galten die offiziell brav Schokolade und Care-Pakete verteilenden Amis rasch als „Befreier“ und Verbündete, als Garant für Wohlstand und Frieden, und dieses Bild galt es aufrecht zu erhalten. Zudem galten Frauen, die zugaben, von GI’s missbraucht worden zu sein, im Gegensatz zu Opfern von Rotarmisten rasch als „Flittchen“ oder „Ami-Liebchen“, was die meisten Betroffenen davon abhielt, darüber zu sprechen.

Ein weiterer Grund für die verzerrte Wahrnehmung lag, so die Autorin, auch in der Propaganda der NS-Ideologen, in der die Deutschen eindringlich vor den rassisch minderwertigen Untermenschen“ oder „asiatischen Bestien“ aus dem Osten gewarnt wurden, gegen Kriegsende auch, um ihren Widerstandswillen zu erhöhen.

USA als brave Schutzmacht im Kalten Krieg

Bald nach der deutschen Kapitulation entbrannte dann der Kalte Krieg, und die USA standen als NATO-Partner als Schutzmacht da. Letztlich wurden die tatsächlich begangenen Verbrechen der Roten Armee zu Kriegsende und danach aber auch gerne instrumentalisiert, um von eigenen Gräueltaten abzulenken. Schließlich hatte Russland von allen Gegnern Deutschlands am meisten unter den Kriegsfolgen zu leiden, was gewisse Rachegefühle und in Folge systematische Übergriffe auf deutsche Frauen erzeugte. Der russisch-jüdische Ideologe Ilja Ehrenburg hatte den Rotarmisten schon zuvor in seinen Pamphleten unter anderem die deutsche Frau als Beute in Aussicht gestellt. Umgekehrt hatten, wie das Buch nachweist, die Vergewaltigungen der Amerikaner nicht erst in Deutschland begonnen, sondern bereits in der Normandie. Rache war also kein alleiniges Motiv.

Deutsche Polizei machtlos gegen Militärgerichte

Dass Vergewaltigungen auch bei den Westallierten so gut wie nie geahndet wurden, lag in der alleinigen Gerichtsbarkeit der Militärbehörden. Wie Gebhard, anschaulich betont, hätte ein deutscher Polizist nicht einmal dann eingreifen können, wenn er einen Täter in flagranti erwischt hätte.

Das Echo auf diese Enthüllungen ist bereits jetzt groß – nicht nur in Deutschland. Das Buch wird in sechs Sprachen übersetzt – darunter auch russisch.

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