Italien: Ex-Premier D´Alerma will Moscheen auf Staatskosten bauen lassen

Massimo D´Alerma ist ehemaliger Premier Italiens und macht einen etwas außergewöhnlichen Vorschlag Foto: EUI - from Italy / wikimedia (CC-BY-SA 2.0)
Massimo D´Alerma ist ehemaliger Premier Italiens und macht einen etwas außergewöhnlichen Vorschlag
Foto: EUI - from Italy / wikimedia (CC-BY-SA 2.0)
26. März 2016 - 10:00

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Mit Staatsgeldern sollen Moscheen gebaut werden. Diese gewagte Forderung stellt der ehemalige Premier Italiens, Massimo D´Alema, auf. D´Alema drängt zudem seine derzeitige Regierung in Rom darauf, in den Dialog mit der islamischen Gemeinschaft Italiens zu treten, gar den „europäischen Islam“ zu fördern. Italiener sollen zu Beispiel bei ihrer Steuererklärung angeben können, ob sie 8 % der zu zahlenden Steuern der islamischen Gemeinschaft zukommen lassen. Das sei so bereits für die katholische Kirche der Fall. Insgesamt sollen 1,5 Millionen Muslime in Italien leben, so der Mitte-Links-Politiker. Doch ist das die richtige Botschaft nach den Attentaten in Brüssel?

Heftige Kritik gegen D´Alerma

Sein Vorschlag ruft gleich mehrere Kritiker auf den Schirm. „Ist D´Alerma verrückt?“ fragt der Parteichef von Lego Nord, Matteo Salvini, auf Twitter. "Es ist nicht unsere Aufgabe, die Muslime zu integrieren. Wer hier in Europa leben will, muss sich unseren Werten anpassen“. Der italienische Innenminister Angelino Alfano meint: „In Italien gilt die Religionsfreiheit. Muslime können zu ihrem Gott beten, sie dürfen jedoch nicht zu Hass aufrufen und mit Mördern Solidarität zeigen. Es sei nicht Aufgabe des italienischen Staates, Moscheen zu errichten“.

Seit 2015 hat Italien 79 Personen aufgrund Terrorverdachts ausgewiesen

Italien hat seit Anfang 2016 9 Personen wegen Terrorismus abgeschoben. Aufgrund der Verbreitung islamistischer Propaganda wurde zum Beispiel jüngst ein in der Stadt Chieti lebender Marokkaner ausgewiesen. Seit 2015 wurden sogar insgesamt 70 Personen aus Italien ausgewiesen.

In den vergangenen Monaten hatte der italienische Staat seine Anti-Terror-Maßnahmen erheblich verschärft. D´Alermas Vorschlag an die Regierung würde eben das strikte Vorgehen gegen den radikalen Islam im Land konterkarieren.

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