Bürgermeister von Traiskirchen war jahrelang gleichzeitig Ortschef und sein Sekretär

Schon praktisch, wenn man gleichzeitig Angestellter und sein eigener Chef sein kann. Noch praktischer ist es, wenn man von beiden Gehältern keines selbst bezahlen muss, sondern der Steuerzahler dafür aufkommt. Bereits seit 2004 war Andreas Babler (SPÖ) Angestellter der Stadtgemeinde Traiskirchen, ehe er 2014 den bisherigen Bürgermeister Fritz Knotzer (ebenfalls SPÖ) ablöste. Doch warum seinen gut dotierten Job bei der Gemeinde aufgeben, wenn man künftig sein eigener Boss sein kann, muss sich Babler gedacht haben. Gedacht – getan: Statt für Bürgermeister Knotzer erledigte Gemeindebediensteter Babler nun eben die Öffentlichkeitsarbeit für Bürgermeister Babler. Es ist davon auszugehen, dass der Chef mit der Arbeitsleistung seines Sekretärs vollauf zufrieden war. Kaum hatte er sich selbst einen Auftrag erteilt, wurde er auch schon ausgeführt. Gleichzeitig konnte sich Sekretär Babler sicher sein, dass sein neuer Boss für seine Anliegen immer ein offenes Ohr hatte.

FPÖ thematisiert Doppelfunktion in Pressekonferenz

In einer gemeinsamen Pressekonferenz von FPÖ-Landesparteiobmann Christian Höbart, Stadtrat Anton Lojowski und dem Klubobmann der FPÖ im Traiskirchner Gemeinderat, Reinhard Langthaler, wurden Details über die Tätigkeit von Bürgermeister Babler als „Bürgermeistersekretär“ vorgestellt. Demzufolge soll Babler zusätzlich zu seinem Bürgermeistergehalt von knapp 7.800 Euro für seine Sekretärstätigkeit monatlich nochmals ein Gehalt von rund 4.000 Euro bezogen haben. Für Höbart ist das „ein moralischer Skandal der Sonderklasse.“

Babler gibt sich weinerlich

Monatsrevue.at zitiert aus Bablers Presseaussendung, in der sich der wackere Bürgermeister über die böse FPÖ, die sein unermüdliches Wirken zum Wohle der Gemeinde mit einer „Schmutzkübelkampagne“ heruntermacht, beschwert. Dabei hat er sich doch so abgerackert. Das enorme Arbeitspensum habe ihm durchgängig eine Sieben-Tage-Woche abverlangt. Deshalb habe er in den letzten Monaten versucht, jemanden zu finden, der vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit und Stadtkommunikation seine „technischen“ Arbeiten, die so viele Stunden in Anspruch nehmen, übernehmen kann. Und jetzt kommt die FPÖ daher und zieht alles in den Schmutz.

Laut Wikipedia betreibt der rote „Held der Arbeit“ gemeinsam mit seiner Gattin auch noch Weinbau. Wie er das zusätzlich zu seiner durchgängigen Sieben-Tage Arbeitswoche geschafft hat, bleibt wohl sein Geheimnis. Vielleicht hat er gar sich selbst als Erntehelfer und Kellermeister angestellt?

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