EU-Korrespondent des Standard erbettelt Interview mit Doppelverdiener Babler

„Gesetzlich in Ordnung, moralisch nicht vertretbar“, lautet die Selbsteinschätzung des Traiskrichner SPÖ-Bürgermeisters Andreas Babler, mit der Der Standard ein langes Interview mit dem in die Schlagzeilen geratenen Doppelverdiener betitelt.

11.800 Euro Bruttoeinkommen für überzeugten Sozialisten

Wie unzensuriert.at berichtet hat, bezieht Babler als Bürgermeister von Traiskirchen derzeit ein Gehalt von 7.800 Euro brutto, zusätzlich fließen 4.000 Euro für eine Anstellung bei der Stadtgemeinde. Babler ist dort bereits seit 2004 für Kommunikation und IT zuständig, arbeitete zunächst für seinen Bürgermeister-Vorgänger Fritz Knotzer (ebenfalls SPÖ) und seit 2014 für sich selbst. Die Freiheitlichen hatten die unappetitliche Affäre am Karfreitag bekannt gemacht.

Der Standard gab Babler am Ostersonntag breitesten Raum zur Selbstrechtfertigung. Mit sich stets wiederholenden Fragen war man sichtlich bemüht, Babler die Sätze zu entlocken, die seine streng sozialistische Gefolgschaft milde stimmen würden. Immerhin positioniert sich der nun in Verruf geratene seit geraumer Zeit als Gegenspieler einer laut Interpretation des linken Flügels immer weniger sozialdemokratischen SPÖ-Spitze um Werner Faymann.

Devote Interview-Anbahnung auf Twitter

Noch skurriler als das Interview selbst ist jedoch sein Zustandekommen. Geführt hat es Thomas Mayer, der für den Standard als EU-Korrespondent in Brüssel tätig ist. Was hat ein Brüssel-Korrespondent – gerade in Tagen wie diesen – in den Niederungen der niederösterreichischen Kommunalpolitik zu suchen, muss man sich fragen, und findet die Antwort darauf sogleich auf Twitter.

Dort leckten nämlich am Karsamstag Linke und Journalisten gemeinsam mit dem Betroffenen Bablers Wunden. „Wann wirst du deine Sicht erklären?“, drängte der linke Aktivist Al Wacker auf Aufklärung. Babler versprach dafür die „notwendige Breite“ in Form eines Interviews „oder sonst anders“.

Das rief Standard-Schreiber Thomas Mayer auf den Plan, der sich sofort erbötig machte und nach „internationalem Standard“ auch die Autorisierung des Interviews vor der Publikation anbot:

Mayer pries seinen Arbeitsplatz in Brüssel als „beste Bedingungen für objektive Distanz und – für Babler wohl in diesem Moment besonders wichtig – Glaubwürdigkeit“ an und machte das Rennen:

Die Begeisterung darüber konnte Mayer kaum verhehlen:

Durchgehend erwähnt in der Twitter-Kommunikation werden auch Stefan Kappacher vom ORF-Radio Ö1 und Georg Renner vom Österreich-Ableger der Neuen Zürcher Zeitung. Auch sie hatten sich zuvor zur österlichen Causa Prima der heimischen Linksmediengesellschaft geäußert.

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