Nach Einschätzung des Kuba-Experten Tracey Eaton basteln die USA bereits an einem Regimewechsel in Kuba.

Foto: Bild: Martin Abegglen / flickr (CC BY-SA 2.0)
Nach Öffnung gen Westen: Die USA basteln bereits an einem Regimewechsel in Kuba

Die Intentionen hinter dem historischen Besuch des scheidenden US-Präsidenten Barack Obama im kommunistisch regierten Kuba im März waren für viele Beobachter zunächst undurchsichtig. Strebt die USA tatsächlich eine Normalisierung der Beziehungen zum ehemaligen Erzfeind an, oder bastelt die selbsternannte Weltpolizei bereits an einem Regimewechsel auf der Karibikinsel, wie es ähnlich in Libyen und dem Irak geschah oder aktuell in Syrien versucht wird?

USA steuern über NGO´s Regimewechsel  

In einem Interview mit der Nachrichtenseite Sputniknews gab der Kuba-Experte Tracey Eaton Einblicke in die geheimen Strategien des US-Außenministeriums in Bezug auf Kuba. So würde vor allem das dem Außenministerium unterstellte "Bureau of Western Hemisphere Affairs" zukünftig maßgeblich Einfluss auf die kubanische Zivilgesellschaft ausüben, um einen Regimewechsel vorzubereiten. Dies geschieht über Entwicklungsprogramme, bei denen vorher ausgewählte und für Führungspositionen bestimmte Kubaner in den USA "demokratische Prinzipien" und einen Aktionsplan für ihr Heimatland erlernen. 

Zurück in Kuba sollen diese Menschen dann von den USA finanzierte NGOs aufbauen, die wiederum den Druck auf das kommunistische Regime in puncto "Demokratie und Freiheitsrechte" erhöhen. Ähnliche Programme werden von den USA bereits seit Jahrzehnten auf Kuba finanziert, seit den 1990er Jahren gab man für die Untergrabung der kubanischen Regierung mehr als 300 Millionen Dollar aus. 

Kuba soll "Demokratie" werden

Das Ziel der USA ist klar: Kuba soll weg von seinem diktatorischen Einparteiensystem und hin zu einer "Demokratie" geführt werden. Dass ähnliche Vorhaben bereits in zahlreichen anderen Staaten Lateinaermikas, aber auch des Nahen Ostens immer wieder scheiterten, lehrt die Geschichte. Auch lehnen viele Kubaner das Demokratieverständnis der USA entschieden ab. In Kuba steigt der Ärger über den US-Einfluss auf zukünftige kubanische Eliten. Tracey Eaton sieht die Zukunft Kubas vor allem in einer Balance zwischem privatem Wirtschaftssektor und staatlicher Kontrolle beziehungsweise Einflussnahme auf diesen. Selbst darüber gebe es aber innerhalb der kommunistischen Partei Kubas keinen Konsens. Vieles wird der Machtkampf nach Fidel Castros Tod entscheiden, so der Experte abschließend.

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