Die Opposition lief in Niederösterreich vergeblich Sturm gegen “Zocker” Wolfgang Sobotka. Sein Parteichef Pröll hielt ihn und macht ihn jetzt sogar noch zum Innnenminister.

Foto: Bild: AleXXw / Wikimiedia (CC BY-SA 3.0 AT)
Auf Pröll-Geheiß: Wohnbaugeld-Zocker Sobotka soll neuer Innenminister werden

Erwin Pröll ist nicht nur im Geheimen, sondern längst für alle Politik-Beobachter sichtbar der eigentliche Chef der ÖVP. Als solcher beraubte er seine Partei um die Chance auf das Amt des Bundespräsidenten, indem er ihr an seiner Statt den längst in Pension befindlichen Andreas Khol als Kandidat verordnete. Und als solcher zieht er aktuell eine Regierungsumbildung durch, um die Macht der Schwarzen in seinem Niederösterreich auch über sein eigenes Karriereende hinaus abzusichern.

Die Katze ist aus dem Sack: Pröll will nach 2018 – 26 Jahre wäre er dann im Amt – nicht mehr Landeshauptmann sein und deshalb die aktuelle Innenministerin Johanna Mikl-Leitner als seine Nachfolgerin aufbauen. Dazu muss sie jetzt schon dorthin zurück, wo in der Volkspartei die Musik spielt: nach St. Pölten. Weil die mächtige niederösterreichische ÖVP aber nicht einfach auf einen Ministerposten verzichtet, tauscht Wolfgang Sobotka mit Mikl-Leitner einfach die Plätze.

„System Pröll“ hält Wohnbau-Spekulant im Amt

Sobotka ist wohl das beste Beispiel dafür, dass in Prölls Reich die Uhren anders gehen. In jedem anderen Bundesland wäre seine Karriere wohl längst zu Ende gegangen. Spätestens als publik wurde, dass der Mostviertler als Finanzlandesrat die offenen Wohnbau-Darlehen der Niederösterreicher in Bausch und Bogen verkauft hatte, um mit dem Geld spekulieren zu gehen, und dies mit massivem Verlust für die Steuerzahler, spätestens da wäre wohl jede andere Finanzlandesrats-Karriere zu Ende gegangen. In Salzburg kostete ähnliches sogar die Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) den Job, die Abrechnung mit ihrer Partei folgte bei der Wahl.

Im „System Pröll“ ist das alles kein Problem. Dort hat man nicht einmal besonderes Interesse nachzurechnen, wie viel Geld denn nun wirklich flöten gegangen ist. Abwarten, wie es nach 2018 aussehen wird.

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