Ausländische Drogenhändler nutzen Linzer Park als Marktplatz für Drogen aller Art

Die Umgebung des Krempl-Hochhauses ist dank des Dealerschutzgesetzes zum Drogen-Hotspot von Linz verkommen. Foto: Christian Wirth / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Die Umgebung des Krempl-Hochhauses ist dank des Dealerschutzgesetzes zum Drogen-Hotspot von Linz verkommen.
Foto: Christian Wirth / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
23. April 2016 - 15:46

Seit Bundesregierung und Parlamentsmehrheit mit der Strafrechtsnovelle Drogenhändler quasi straffrei gestellt haben, scheint die Situation erwartungsgemäß nicht nur in Wien, sondern Österreichweit außer Kontrolle zu geraten. Die oberösterreichische Wochenzeitung Wochenblick hat dazu in Linz recherchiert.

Kinderspielplatz als Drogenumschlagszentrum

Seit dem Frühjahr hat sich in Linz eine Parkfläche hinter dem Krempl-Hochhaus als florierender Drogen-Hotspot etabliert. Bis zu 50 Personen, allesamt aus Afrika und Afghanistan stammend, gehen dort völlig ungeniert ihren Geschäften nach. Zu kaufen gibt es dort alle Arten von Drogen. Auch Droge, mit der der deutsche Grün-Abgeordneten Volker Beck erwischt wurde - Crystal Meth - ist dort erhältlich. Wie gesagt: Nicht verstohlen, irgendwo in einem Hinterzimmer, sondern ganztags und auch nachts auf einem Kinderspielplatz der Landeshauptstadt Linz. Mittlerweile hat sich die Szene auch auf die Stiegenhäuser der umgebenden Gebäude ausgeweitet.

Rechtsfreier Raum

Die afrikanischen Dealer haben ihr Hauptquartier in einem Lokal unweit des Parks. Hier treffen sie sich, bevor sie an ihren „Arbeitplatz“ im Park gehen und feiern dort auch ihre Feste, berichten Anrainer dem Wochenblick-Team. Auf ihre Frage, ob es denn keine Polizei gäbe, die dieses Areal bestreift, erhielten die Redakteure als Antwort, dass diese seit einiger Zeit regelmäßiger käme, aber offenbar nicht viel bewirken könne. Die Polizisten würden nicht ernst genommen, denn die Dealer würden wissen, dass ihnen nichts passieren könne, wenn sie nur eine kleine Menge für den Eigengebrauch bei sich haben. Dieses Gesetz sei einfach verrückt und schütze diese Leute, quittiert eine Informantin das Dealerschutzgesetz mit einem Kopfschütteln.

Drogenhändler liefern sich Revierkämpfe

Wie auch in Wien kommt es in Linz zwischen kriminellen Ausländergruppen zu Revierkämpfen. Der Kampf um die Kundschaft wird brutal geführt. Berichten zufolge kam es im Park erst vor zwei Wochen zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung. Ein 14-jähriger Afghane und zwei Afrikaner attackierten einander mit Flaschen und Stöcken, was für alle drei mit schweren Verletzungen endete.

Polizei unterbesetzt und machtlos

Der freiheitliche Vizebürgermeister und Sicherheitsreferent Detlef Wimmer reagierte auf die Situation bereits so gut wie derzeit möglich. „Die Polizei wird von uns angehalten, die Präsenz noch weiter zu erhöhen. Schwergewichtsaktionen der Drogenfahndung wurden bereits durchgeführt und müssen noch intensiviert werden.“ Die Frage ist nur, wie die Polizei das machen soll, weil die Suchtgiftabteilung nach Auskunft eines internen Informanten mit derzeit nur acht Beamten schon jetzt überfordert ist, weiß der Stadtrat zu berichten.

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