Nordafrikanische Männer pauschal verunglimpft und diskriminiert: Presserat verurteilt "Falter"

Falter-Chefredakteur Florian Klenk handelte sich eine Rüge des Presserates ein - ausgerechnet wegen Fremden-Diskriminierung! Foto: Manfred Werner - Tsui - Own work / Wikimedia CC BY-SA 3.0
Falter-Chefredakteur Florian Klenk handelte sich eine Rüge des Presserates ein - ausgerechnet wegen Fremden-Diskriminierung!
Foto: Manfred Werner - Tsui - Own work / Wikimedia CC BY-SA 3.0
26. April 2016 - 22:31

Der Presserat hat gerade der Wochenzeitung Falter übel mitgespielt. Sie soll gegen den Ehrenkodex verstoßen haben, weil sie auf dem Titelbild eine Zeichnung der sexuellen Übergriffe in Köln darstellte, die nordafrikanische Männer dem Vernehmen nach "pauschal verunglimpfen und diskriminieren". Das hat die gesamte Branche überrascht - gilt der Falter unter Chefredakeur Florian Klenk doch als überaus freundlich gesinnt gegenüber Migranten und alles Fremdem.

Fünf weinende Frauen am Cover

Aber nach den Vorkommnissen zu Silvester in Köln, wo hunderte Frauen sexuell belästigt und teils sogar vergewaltigt wurden, wollte die Zeichnerin der Titelseite offensichtlich auch nicht mehr wegschauen. In ihrer Illustration stellte sie fünf weinende Frauen dar, die von einer großen Anzahl von Männern sexuell belästigt werden, sowie einen Polizisten, der von diesen weggedrängt wird. Die Männer am Titelbild sahen alle gleich aus: schwarze Haare und markante, dunkle Augenbrauen.

Wie die Presse berichtet, war dieses gezeichnete Aufmacherbild einer Falter-Leserin zu viel. Sie wandte sich an den Presserat und monierte, dass die Männer dabei als "spezifisch nordafrikanisch porträtiert" worden seien. Alles Fremde würde dabei degradiert, Sexismus würde ausschließlich als muslimisches und fremdes Problem gesehen, heißt es in der Presse weiter.

Männer nicht "spezifisch nordafrikanisch"

Die Zeichnerin sowie die Chefredaktion des Falters sollen diese Vorwürfe vor dem Presserat zurückgewiesen haben. Die Vorfälle seien so passiert, Übergriffe hätten überwiegend Nordafrikaner getätigt, daher müsse man das so darstellen dürfen, argumentierten sie. Außerdem seien die Männer nicht als "spezifisch nordafrikanisch" gezeichnet worden, sondern es sei einfach die Art, wie die Zeichnerin ihre Portraits mache. Das alles nützte nichts. Der Presserat befand:

Die Zeichnung weise ein "generalisierendes Element" auf. Dadurch könne der Anschein erweckt werden, als würden sich alle Männer aus dem nordafrikanischen Raum in Europa Frauen gegenüber nicht entsprechend korrekt verhalten.

"Heimat" eher ein rechter Begriff

Diese Verurteilung durch den Presserat wird den Falter-Chefredakteur Florian Klenk, der immer gerne in Fernsehsendungen moralisierend auftritt, wenn es um angebliche Diskriminierung irgendwelcher Personengruppen geht, besonders schmerzen. Erst kürzlich fiel er im ORF bei der Sendung von Barbara Stöckl mit einer interessanten Bemerkung auf: Das Wort "Heimat", gab er sinngemäß von sich, sei doch eher ein Begriff der Rechten geworden und man müsse vorsichtig sein, es zu verwenden. Wer so denkt, müsste eigentlich mehr darauf schauen, was in der eigenen Redaktionsstube so alles passiert.

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