Rechnungshof deckt auf: Viel Geld für schwache Schulleistungen

Ein klares „Nicht Genügend“ für das sozialistische Schulmodell Neue Mittelschule. Foto: Andreas Heske / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Ein klares „Nicht Genügend“ für das sozialistische Schulmodell Neue Mittelschule.
Foto: Andreas Heske / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)

Das Modell der Neuen Mittelschule gilt als das Prestigeprojekt sozialistischer Bildungspolitik. Der nun veröffentlichte Bericht des Rechnungshofes stellt der Einheitsschule für 10- bis 14-Jährige allerdings ein schlechtes Zeugnis aus.

Weiteres „Nicht Genügend“ für Bildungsministerin Heinisch-Hosek

Teuer und ineffizient – so kann man das Ergebnis des am letzten Mittwoch präsentierten Berichtes des Rechnungshofes zum Thema Neue Mittelschule zusammenfassen. Mit 7.500 Euro pro Schüler und Schuljahr erweist sich die Neue Mittelschule als teuerster Schultyp. Dem gegenüber stehen Kosten von 6.700 Euro in der Hauptschule und lediglich 4.800 Euro in der AHS-Unterstufe.

Als Kostentreiber wurde für den überprüften Zeitraum 2012/13 und 2013/14 das sogenannte „Teamteaching“, also der Einsatz von Extralehrern identifiziert. So entfielen von den 187 Millionen Euro an zusätzlichen Ausgaben 96 Prozent auf diese Extralehrer, die pro Klasse an sechs Wochenstunden zusätzlich eingesetzt wurden.

Keine Leistungsverbesserung

Gebracht hat der enorme Einsatz an Geldmitteln allerdings herzlich wenig. In seiner Beurteilung bezieht sich der Rechnungshof dabei auf einen im Vorjahr präsentierten NMS-Evaluierungsbericht, der zum Schluss kam, dass der neue Schultyp weder zu Leistungsverbesserungen noch zu mehr Chancengleichheit geführt habe.

Als weiteren Kritikpunkt führt der Rechnungshof an, dass der in den Neuen Mittelschulen angestrebte gemeinsame Einsatz von Bundeslehrern (Lehrer an höheren Schulen) und Landeslehrern (Lehrer an allgemein bildenden Pflichtschulen) nur ansatzweise funktioniere.

Sparpotential sieht der Rechnungshof beim „Teamteaching“ und schlägt vor, den Einsatz von Extralehrern auf vier Wochenstunden zu reduzieren.

FPÖ: Ministerin ist beratungsresistent

Der freiheitliche Bildungssprecher Walter Rosenkranz fordert die Bildungsministerin in einer ersten Stellungnahme auf, die Vorschläge des Rechnungshofs zu einer kostengünstigeren Variante der NMS raschest umzusetzen. Die Neue Mittelschule habe sich als die teuerste Schulform erwiesen, die erwarteten Beschulungserfolge würden sich trotz des beträchtlichen Ressourceneinsatzes aber nicht einstellen. Doch leider sei Ministerin Heinisch-Hosek beratungsresistent und versuche nach wie vor die Ergebnisse der NMS unbeirrt schönzureden.

Auch bei Schülern mit Migrationshintergrund habe es das BMBF bisher verabsäumt, messbare Ziele und Kennzahlen einzuführen, wahrscheinlich, weil man die Kostenwahrheit verschleiern wolle, mutmaßt der Abgeordnete.

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