Griechenland befindet sich erneut in ernsthaften Finanzschwierigkeiten. Müssen die EU-Länder wieder einspringen?

Foto: Bild: Klaus Brüheim / pixelio.de
Griechenland erneut in Zahlungsschwierigkeiten: Müssen EU-Länder finanziell einspringen?

Der griechische Staat befindet sich erneut in Zahlungsschwierigkeiten. Die Refinanzierung der enormen Schuldenlast des Landes gerät zunehmend in Gefahr, weshalb EU-weit bereits über eine neuerliche "Entlastung" diskutiert wird. Vor einem Treffen der Euro-Finanzminister wurden sogar Rufe nach einem Schuldenschnitt laut.

Griechen verweigern Reformen, EU-Länder dürfen zahlen

Grund für die neuerlichen Finanzschwierigkeiten in dem südeuropäischen Land dürften fehlende Reformen und die Nichtumsetzung von Vorgaben seitens der EU sein. Die griechischen Steuerzahler schulden dem Staat immer noch 87 Milliarden Euro und die Summe wird stetig größer. Die Auszahlung der nächsten Kredittranche in Höhe von 4,9 Milliarden Euro aus dem dritten Hilfspaket ist somit ernsthaft gefährdet. Dennoch sieht sich der linke Ministerpräsident Alexis Tsipras fest im Sattel. Aufgrund des britischen Referendums über den Verbleib in der EU am 23. Juni, möchte die EU-Führung auf keinen Fall negative Schlagzeilen aus Griechenland riskieren, die einen "Brexit" begünstigen würden. Insbesondere drohende Neuwahlen in Griechenland möchte man vermeiden. Somit müssen die EU-Finanzminister den Griechen in puncto Schuldenschnitt entgegenkommen.

Neuerliche "Hilfszahlungen" an Griechenland?

Tsipras fordert nun auch einen eigenen Sondergipfel für Griechenland in Brüssel. Bei diesem möchte er bis 20. Juli, den Termin für die nächstfälligen Kreditratenzahlungen, neue Hilfsgelder lukrieren. Sowohl der IWF als auch die Troika sprechen sich nun zumindest für einen Schuldenschnitt aus. Dafür, und als Voraussetzung für neue Hilfsgelder, muss der griechische Staat ein neuerliches Sparpaket durchsetzen, welches vom Parlament bereits abgesegnet wurde. Das Paket sieht Pensionskürzungen und eine Erhöhung der Einkommensteuer vor. Kurz nach der Abstimmung im Parlament demonstrierten in Athen und Thessaloniki 20.000 Menschen gegen die geplanten Reformen.

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