US-Agrarkonzerne: Wegen Fließbandarbeit und fehlenden Pausen herrscht Windelpflicht.

Foto: Bild: Coop41 / Wikimedia (PD)
Vorgeschmack auf TTIP: Mitarbeiter in US-Agrarindustrie müssen Windeln tragen

Einen Vorgeschmack auf TTIP und Co. erhält man derzeit aus der US-Agrarindustrie. In der dortigen Geflügelindustrie ist das Arbeitsrecht so weit aufgeweicht, dass die Mitarbeiter nicht einmal eine kurze Toilettenpause machen dürfen. De facto herrscht für sie Windelpflicht bzw. absolutes Verbot des Toilettengangs, da die Vorarbeiter in einzelnen Verarbeitungsbetrieben die Belegschaft dermaßen unter Druck setzen, um die Fließbandarbeit in Gang zu halten und Akkordarbeit zu leisten.

Agrarindustrie verweist auf Einzelfälle 

Viele Mitarbeiter behelfen sich damit, dass sie nichts trinken bzw. ihren Toilettenbesuch einfach hinauszögern – Maßnahmen die in jedem Fall die Gesundheit nachhaltig schädigen. Gewerkschaftsvertreter sehen sich durch diese Vorkommnisse an Verhältnisse am Ende des 19. Jahrhunderts zurückversetzt.

Betroffen sollen Verarbeitungsbetriebe von so großen Agrarkonzernen wie Tyson Foods, Pilgrim’s Pride, Perdue Farms oder Sanderson Farms sein. Deren Interessenvertretungen National Chicken Council und die U.S. Poultry & Egg Association weisen die Anschuldigungen jedoch zurück, sehen in ihnen Einzelfälle und warnen vor Verallgemeinerungen.

Zuwanderer leichte Beute für Konzerne

Dass es bis heute zu keinem Arbeitskampf und einem landesweiten Aufstand gegen die angeprangerten Arbeitsverhältnisse gekommen ist, erklären die Gewerkschaftsvertreter so: Viele Mitarbeiter in der Geflügelindustrie kämen aus dem Bereich des neuen Proletariats, seien also Zuwanderer oder Mitglieder von ethnischen Minderheiten, die für die Großkonzerne leichte Beute wären.

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