Nach Nazi-Verunglimpfung von Hofer-Wählern: Leiterin des Museums Arbeitswelt spricht von "Missverständnis"

Nachdem die Leiterin des Museums Arbeitswelt, auch im Personenkomitee von Alexander Van der Bellen, meinte, "Nazis wählen Hofer", spricht sie nun von einem "Missverständnis". Foto: Screenshot Facebook
Nachdem die Leiterin des Museums Arbeitswelt, auch im Personenkomitee von Alexander Van der Bellen, meinte, "Nazis wählen Hofer", spricht sie nun von einem "Missverständnis".
Foto: Screenshot Facebook
19. Mai 2016 - 15:11

Nach dem Skandal rund um die Leiterin des Museums Arbeitswelt in Steyr (OÖ), Katrin Auer, die auf ihrem öffentlichen Facebook-Auftritt alle Norbert Hofer-Wähler als "Nazis" bezeichnet hatte, distnazierte sich nun die Vizebürgermeisterin und Vorstandvorsitzende des Vereins "Museum Arbeitswelt", Ingrid Weixlberger (SPÖ), von den Aussagen der Leitern. Auer selbst spricht auf Facebook plötzlich von einem "Missverständnis".

Unzensuriert-Artikel brachte Skandal ins Rollen

Die Sache ins Rollen, brachte erst ein unzensuriert-Artikel über das öffentliche Facebook-Titelbild der Museumsleiterin. Darauf war, neben einer Faust, die ein Hakenkreuz zerschlug, zu lesen: "Linke und Liberale, Sozial- und ChrisdemokratInnen wählen Van der Bellen! Nazis wählen Hofer!". Sowohl der Steyrer FPÖ-Nationalratsabgeordnete Gerhard Deimek, als auch der FPÖ-Vizebürgermeister Helmut Zöttl forderten daraufhin sofortige Konsequenzen von Seiten des durchaus mit SPÖ-Politikern besetzten Museumsvorstandes.

Nun distanzierte sich zumindest Weixlberger von der Museumsleiterin und forderte diese gleichzeitig auf, sich bei den Hofer-Wählern zu entschuldigen. Deimek dazu: "Es wird nun an Katrin Auer liegen, ob sie in den Bogen des demokratischen Grundkonsenses zurückkehrt, oder weiter ein totalitäres Gesellschaftsbild an den Tag legt."

Weiterhin Absetzung von Museumsleiterin gefordert

Helmut Zöttl bleibt bei seiner Forderung nach Konsequenzen. Sollte in ihrem Dienstvertrag eine Benimmklausel enthalten sein, wie dies bei vielen Personen des öffentlichen Lebens der Fall ist, müsse der Vertrag mit Auer umgehend aufgelöst werden. "Eine derart hasserfüllte Person bringt sich selbst um den Platz in der Mitte der Gesellschaft. Menschen wie Auer spalten unser Steyr. Das dürfen wir nicht zulassen“, so Zöttl.

Museumsleiterin spricht von "Missverständnis"

Auer selbst gab auf ihrer Facebookseite nun folgende Stellungnahme zu den Vorwürfen gegen sie ab:

Als Historikerin und Politologin betrachte ich die aktuellen politischen Entwicklungen und Polarisierungen, die in Österreich und auch weltweit zu beobachten sind, mit Sorge.
Mit einem Eintrag auf meiner privaten Facebook-Seite habe ich meine persönliche Einschätzung wiedergegeben, wie politische Orientierungen die individuelle Wahlentscheidung bei der österreichischen Bundespräsidentenwahl beeinflussen können.
Die Aussage dieses Postings war polarisierend.
Dies bedauere ich und ist auch der Grund warum ich diesen Facebook-Eintrag gelöscht habe.
Um es aber noch einmal deutlich klarzustellen: Ich bin selbstverständlich nicht der Überzeugung, dass generell alle Hofer-Wähler/innen "Nazis" sind und habe das auch nie behauptet.
Dieses Missverständnis bedauere ich.
Aufgrund der nationalsozialistischen und austrofaschistischen Vergangenheit Österreichs erachte ich allerdings die Bewahrung der Demokratie und Verteidigung der Menschenrechte als wichtigste Verantwortung unserer Gesellschaft und Politik.

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