Großmoschee vor Fertigstellung: Ein neues Wahrzeichen von Köln?

Kölner "Ort der Niederwerfung" Foto: Wikimedia / Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0
Kölner "Ort der Niederwerfung"
Foto: Wikimedia / Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0
25. Mai 2016 - 12:56

Derzeit entsteht im Kölner Stadtteil Ehrenfeld ein überaus markantes Gebäude, welches sich scheinbar vor der Fertigstellung befindet. Bei diesem kuppelförmigen Bauwerk mit den beiden islamischen Speerspitzen (Minaretten) soll es sich um ein muslimisches Gotteshaus, das der Diyanet İşleri Türk İslam Birliği, abgekürzt DİTİB (übersetzt: Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V.) als Ort der Niederwerfung dienen soll. (Moschee: arabisch مسجد masdschid, „Ort der Niederwerfung“.)

Freude beim Grünen Volker Beck

Über diese Moschee meint der religionspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, selbst ein Kölner, dass er sich über die architektonisch gelungene Moschee der DİTİB freue, und kommentiert dazu, dass sie ein neues Wahrzeichen seiner Stadt sei.

Ein islamisches Zentrum

Das fünfstöckige Gebäude mit einer 35 Meter hohen Kuppel und zwei Minaretten von jeweils 35 Metern Höhe wurde von den Architekten Gottfried und Paul Böhme geplant und soll 1.200 Muselmanen Platz bieten. Zu den Haupträumen gesellen sich im riesigen Gebäudekomplex auf einer Nutzfläche von rund 16.500m² noch eine Bibliothek, Schulungs- und Seminarräume sowie weitere Geschäfte und eine Tiefgarage. Die bisherigen Baukosten belaufen sich auf zirka 35 Millionen Euro.

Die AfD soll das gesellschaftliche Klima vergiften

Dass dieses Lob des Grünen für die Moschee in unmittelbarem Zusammenhang mit der islamkritischen Haltung der AfD steht, ist mehr als offensichtlich, zumal gewisse Kreise in Deutschland, wobei sich die Grünen hier besonders hervortun, eine geradezu hysterische Islomophilie betreiben. So kann es einfach nicht ins Bild einer islamfördernden Gesellschaftsphilosophie passen, wenn sich eine an den eigenen Bürger denkende Partei sowohl für ein Minarettverbot als auch für ein Verbot der Auslandsfinanzierung von Moscheebauten ausspricht. Freilich gelingt es Beck, sich nur dadurch wehren, dass er der Bundessprecherin der Alternative für Deutschland, Frauke Petry vorwirft, mit ihrem Islam-Bashing das gesellschaftliche Klima zu vergiften.

Ralph Giordanos Ansicht zum Moscheebau

Allerdings sollte man ebenfalls nicht die Ansicht des 2014 in Köln verstorbenen Schriftstellers und Publizisten Ralph Giordano vergessen, der gegen den Moscheebau mit dem Argument protestierte, dass dieser angesichts der gescheiterten Integration ein falsches Bild von den wahren Beziehungen zwischen muslimischer Minderheit und Mehrheitsgesellschaft entwerfe.

Wollen Sie täglich per Mail über die neuesten Artikel informiert werden? Hier können Sie sich anmelden.
Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
Loading...
in

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.