Wundersame Stimmenvermehrung: Hinweise auf Wahl-Manipulationen zugunsten Van der Bellens verdichten sich

Ob "Hilfe beim Kreuzerlmachen" in Altersheimen oder ein zweites Kreuzerl zum Ungültigmachen einer Stimme: Wahlzettel können manipuliert werden.  Foto: flickr.com - Dennis Skley - CC BY-ND 2.0
Ob "Hilfe beim Kreuzerlmachen" in Altersheimen oder ein zweites Kreuzerl zum Ungültigmachen einer Stimme: Wahlzettel können manipuliert werden.
Foto: flickr.com - Dennis Skley - CC BY-ND 2.0

Die Indizien, dass es beim überraschenden Wahl-Sieg Alexander Van der Bellens am Sonntag Manipulationen gegeben haben könnte, mehren sich. So zeigt etwa die Aufstellung des „Sondersprengels“ einer „fliegenden Wahlkommission“ 3.518 Wahlberechtigte, aber 21.060 abgegebene Stimmen, davon 14.533 für den Grün-Kandidaten. Wie es zu einer Steigerung der abgegebenen Stimmen von knapp 600 Prozent gegenüber den Wahlberechtigten kommen kann, wird in der Tabelle der Stadt Linz nicht erklärt. Angeblich sollen diesem Sprengel, in dem bettlägrige Menschen, zu denen eine mobile Wahlkommission kommt, zusammengefasst werden, auch alle anderen Briefwahlstimmen der Stadt zugeschlagen werden.

146,9 Prozent Wahlbeteiligung in Waidhofen an der Ybbs

In Waidhofen an der Ybbs im Mostviertel wiederum finden sich in der Wahl-Auswertung des Innenministeriums (BMI) glatt 146,9 Prozent Wahlbeteiligung. Gegenüber der Kronen Zeitung betonte man seitens des BMI, es handle sich um einen „Eingabefehler“, der ehestmöglich korrigiert werde.

Ungültige Stimmen vermehrten sich um unglaubliche 78 Prozent

Eine ungewöhnliche Vermehrung zeigt sich auch bei den ungültigen Stimmen: Obwohl die Wahlzettel, bei denen es statt fünf Kandidaten, wie im ersten Wahl-Durchgang, diesmal nur zwei leicht zu unterscheidende Kandidaten gegeben hatte, steigerte sich die Zahl der ungültigen um enorme 78 Prozent. In Zahlen heißt das, von 92.655 im ersten auf 165.212 im zweiten Durchgang. Die Differenz, nämlich 72.557, hätte schon zur Hälfte gereicht, um Hofer gewinnen zu lassen - er verlor mit 31.026 Stimmen, die sein Gegner erst am Montag aus den Briefwahlkarten erhielt. Hier wird als Erklärung angeboten, dass viele Briefwähler ihre Stimme zu früh abgeschickt hätten, weil dies er nach der amtlichen Verlautbarung des Endergebnisses aus dem ersten Durchgang zulässig war.

Noch nie so viele Briefwähler - und erst die verhalfen VdB zum Sieg

Wobei wir beim nächsten „Phänomen“ sind: Noch nie gab es bei einer Wahl in Österreich dermaßen viele Briefwähler, nämlich exakt 746.110, von denen sich nach der Auszählung – ganz gegen den sonstigen Trend – 61,7 Prozent für Van der Bellen entschieden hatten, was dem Grünen, der Sonntagabend noch mit mehr als 144.000 Stimmen hinten lag, letztlich noch ganz knapp den Sieg brachte. Alles unter 60 Prozent hätte nämlich seinen Gegner Hofer in die Hofburg gebracht - eine zumindest irritierende Optik.

Zahlen-Differenzen zwischen Innenministerium und ORF

FPÖ-Parteichef HC Strache hatte bereits am Sonntagnachmittag eine seltsame Differenz zwischen den von BMI und den vom ORF verlautbarten Wahlergebnissen beklagt. Generalsekretär Herbert Kickl hatte angesichts der vielen Briefwähler „besondere Vorsicht“ eingemahnt, da „bei der Breifwahl immer wieder Ungereimtheiten auftreten“. Tatsächlich kann es selbst aufmerksamen Wahlbeobachtern entgehen, wenn bei der Auszählung auf gültigen Zetteln schnell ein zweites Kreuzerl dazugemacht wird – und schon ist die Stimme ungültig.

Unruhe in sozialen Medien - FPÖ behält sich Wahlanfechtung vor

Auch in den sozialen Medien mehren sich die Hinweise auf potentielle Manipulationen. Knapp 70 Prozent der krone.at-Leser beantworteten dementsprechend die Frage, ob Gerüchte über Wahl-Manipulationen übertrieben seien, mit Nein.

Ob man die Wahl anfechten werde, wollten Strache und Hofer noch prüfen, wie sie am Dienstagnachmittag verlauteten. Generell betrachte man die FPÖ aber als "so stark wie nie zuvor". Was angesichts des Wahlergebnisses keineswegs übertrieben erscheint - eine Partei, die FPÖ, hat nahezu 50 Prozent, während sich vier die anderen im Parlament vertretenen Parteien die restlichen fünfzig Prozent aufteilen müssen.

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