In Waidhofen an der Thaya haben einheimische Kinder Priorität.

Bild: Silar / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Waidhofen an der Thaya reserviert Ferienbetreuungsplätze für eigene Bevölkerung

In der Ferienzeit organisieren die Kommunen die Tagesbetreuung der Schulkinder. In Waidhofen an der Thaya will man die Kapazitäten ausschließlich einheimischen Kindern zur Verfügung stellen. Das sorgt für Aufregung.

"Willkommenskultur"-Vertreter schockiert

Schockiert zeigt sich Gerlinde Oberbauer von der SPÖ-nahen Volkshilfe. "Wir wollten einfach nur eine zweite Gruppe für die Ferienbetreuung schaffen und diese durchmischen, damit die Flüchtlingskinder auch in den Ferien Deutsch sprechen und aus ihren tristen Wohnverhältnissen heraus kommen", wird sie von meinbezirk.at zitiert. Sie befürchte, dass die Kinder nun ihre Ferien in den teils desolaten Flüchtlingsunterkünften zusammengepfercht verbringen müssen, dramatisiert sie die Lage. Man hätte sich auch an den Zusatzkosten beteiligt und schon dafür gesammelt. Ungewollt lässt sie allerdings gegenüber dem Kurier die Katze aus dem Sack: Viele Eltern würden nicht wollen, dass Flüchtlingskinder teilnehmen. Es hätte schon in den Schulen unangenehme Vorfälle gegeben.

Also kein Wunder, dass die Eltern ihre Kinder nicht auch noch in den Ferien vom Asylwerber-Nachwuchs drangsaliert sehen wollen.

Bürgermeister will primär berufstätige Eltern fördern

Bürgermeister Robert Altschach (ÖVP) verteidigt die Entscheidung damit, dass die Stadt das Budget von 7.000 bis 8.000 Euro für die Ferienbetreuung für eine Gruppe ausgeschöpft habe. Außerdem seien die Räumlichkeiten nicht groß genug. Die Richtlinie des Landes gebe vor, berufstätige Eltern zu bevorzugen, und genau das habe man gemacht. Zudem würden die Kinder in den Ferien von angehenden Lehrerinnen und Studentinnen betreut. Für professionelle Integrationsarbeit bräuchte man anderes Personal.

FPÖ-Vizebürgermeister: Plätze für einheimische Kinder reservieren

Deutlicher wird FPÖ-Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl. Er bekräftigt in seiner Kolumne in den Waidhofener Stadtnachrichten seine Ansicht, die Förderung einer Ferienbetreuung für Asylwerberkinder abzulehnen. Die Plätze im Rahmen des Sommerprogramms müssten ausschließlich für die Kinder der eigenen Bevölkerung reserviert bleiben, deren Eltern noch dazu berufstätig seien. Außerdem würden die Gruppen von Asylwerbern auf der Straße insbesondere bei Frauen und Jugendlichen ein entsprechendes Unwohlsein hervorrufen, welches das subjektive Sicherheitsgefühl beeinträchtigt. Etliche Vereine und Quartiergeber würden aus der Asylproblematik auf Kosten anderer Profit herausschlagen.

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