Registrierkasse: Bisphenol-Thermopapier ist gesundheitsgefährdend

Bisphenolhaltiger Kassenbon gefährdet Gesundheit und Umwelt. Foto: IIVQ - Tijmen Stam / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Bisphenolhaltiger Kassenbon gefährdet Gesundheit und Umwelt.
Foto: IIVQ - Tijmen Stam / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
22. Juni 2016 - 20:00

Die Registrierkassenpflicht ist offensichtlich nicht nur eine bürokratische Schikane, sondern kann auch Arbeitnehmer und Konsumenten gesundheitlich schädigen und gefährdet die Umwelt.  Dies geht  jetzt aus einer Anfragebeantwortung von Umweltminister Andrä Rupprechter an den FPÖ-Abgegordneten Josef A. Riemer hervor. Grund dafür sind die verwendeten Substanzen Bisphenol A (BPA) und Bisphenol S (BPS), mit denen die Kassenbons beschichtet sind. Unter anderem beschäftigt sich laut Rupprechter die Europäische Chemikalienagentur schon seit 2014 mit  der Gesundheits- und Umweltschädlichkeit  von Bisphenol:

Bisphenol A (BPA) und Bisphenol S (BPS) werden derzeit im Rahmen der europäischen Chemikalienverordnung REACH von Deutschland bzw. Belgien bewertet. Als Ergebnis der Stoffbewertung von BPA veröffentlichte die Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) im April 2014 Informationsnachforderungen der deutschen Bewertungsbehörden an die registrierenden Firmen. Die Registranten mussten diese Informationen und Ergebnisse bis zum 20. Dezember 2015 bei der ECHA einreichen. Diese werden derzeit geprüft.

Österreich: Bisphenol-Thermopapier  soll verboten werden

Offensichtlich ist die Lage ernst. Belgien und Frankreich haben sich bereits intensiv mit einer Beschränkung des Bisphenol-Thermopapiers beschäftigt:

Gleichzeitig hat Frankreich im Jänner 2014 einen Beschränkungsvorschlag für BPA in Thermopapier (0,02%) zum Schutz des Kassenpersonals eingebracht. Der wissenschaftliche Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) ebenso wie der Ausschuss für sozioökonomische Analyse (SEAC) der ECHA stimmte dem französischen Beschränkungsvorschlag zu, eine entsprechende Entscheidung der EK wird demnächst erwartet.

Bei BPS wurde erst kürzlich auf EU-Ebene über die von der zuständigen belgischen Behörde geforderten zusätzlichen Informationen von den registrierenden Firmen abgestimmt. Die aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichungen werden bei der Stoffbewertung entsprechend berücksichtigt.

Für die Produktion von Thermopapier finden ca. 0,2 % der weltweiten BPA Produktionsmenge Verwendung. Entsprechende Daten für BPS liegen nicht vor.

Und der Umweltminister lässt aufhorchen, den in Österreich soll  Bisphenol-Thermopapier in Zukunft sogar verboten werden:

BPA in Thermopapier wird demnächst mit einer entsprechenden Übergangsfrist verboten werden. Bei BPS ist die Stoffbewertung der belgischen Behörde abzuwarten.

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