Einseitige Bevorzugung der englischen Sprache muss nach Brexit ein Ende haben

Die englischsprachige Bevölkerung bildet in der EU künftig nur noch eine verschwindende Minderheit. Foto: Sébastien Bertrand / flickr (CC BY 2.0)
Die englischsprachige Bevölkerung bildet in der EU künftig nur noch eine verschwindende Minderheit.
Foto: Sébastien Bertrand / flickr (CC BY 2.0)
26. Juni 2016 - 15:00

Bisher wurde in den Institutionen der europäischen Union hauptsächlich Englisch gesprochen. Obwohl Deutsch eine offiziell gleichrangige Arbeitssprache ist, liegt es hinter Französisch weit abgeschlagen auf Platz drei. Mit dem Ausscheiden Großbritanniens wird Englisch innerhalb der EU allerdings zur Muttersprache einer kleinen Minderheit.

Deutsch als Verfahrenssprache diskriminiert

Theoretisch genießt Deutsch als eine von drei Verfahrenssprachen eine Sonderstellung in der Europäischen Kommission. Das Kollegium der Kommissare sollte in Deutsch, Englisch und Französisch und auf Grundlage von Dokumenten arbeiten, die in diesen drei Sprachen vorgelegt werden müssen. Tatsächlich kam es in der Vergangenheit aber immer wieder vor, dass Deutsch-Übersetzungen wichtiger Dokumente zu spät oder überhaupt nicht ausgefolgt wurden. In den Gremien der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik wird sogar ausschließlich Englisch und Französisch gesprochen - ohne Dolmetschung.

Englisch nur noch Amtssprache kleiner Minderheit

Nach dem Brexit regt die Zeitschrift Deutsche Sprachwelt nun an, den Status der deutschen Sprache in der Europäischen Union zu stärken. Mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU gebe es für die EU-Kommission keinen Grund mehr, die englische Sprache zu bevorzugen und die deutsche Sprache zu benachteiligen. Deutsch sei in vier EU-Staaten (Deutschland, Österreich, Belgien, Luxemburg) sowie in Südtirol Amtssprache, Englisch nur noch in zweien: Irland und Malta. Deutsch werde von rund 90 Millionen EU-Bürgern als Muttersprache gesprochen, Englisch künftig nur noch von rund fünf Millionen.

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