Lehrer-Arbeitszeit: Zurück an den Start!

Jetzt sollen also die Lehrer die Zeche zahlen für die ideologie-gesteuerte Bildungspolitik der SPÖ. Vor lauter Schulversuchen – Stichwort neue Mittelschule – fehlen die Lehrer für den "normalen" Unterricht. Aber das rote Kernziel in der Schulpolitik wird auch von Ministerin Schmied hartnäckig weiterverfolgt: Die Schüler müssen möglichst ganztags in die Schule. Und weil mehr Lehrer nicht leistbar sind, müssen eben die vorhandenen länger dortbleiben bzw. mehr unterrichten.

Die Lehrergewerkschaft ist einerseits unfähig, diese Zusammenhänge aufzuzeigen. Andererseits schadet sie dem Ruf der Lehrer durch ihr öffentliches Mauern gegen jede Art der Veränderung zusätzlich. Dabei wären die neuen Forderungen eine gute Gelegenheit für die Gewerkschafter, die wahren Probleme der Lehrerschaft zu thematisieren. Die Lehrer sind ja nicht faul, sie brauchen aber menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Zurecht wird von ihnen erwartet, einen modernen Unterricht zu gestalten und dabei auch das Internet und zeitgemäße Präsentationstechniken anzuwenden. Doch wie soll das gehen, wenn sich im Konferenzzimmer 50 Lehrer um 2 Computer streiten sollen und schon bald jeder privilegiert ist, wenn er einen eigenen Sessel hat?

Erst wenn hier vernünftige Zustände herrschen, kann darüber nachgedacht werden, den Lehrern 2 zusätzliche Unterrichtststunden abzuverlangen. Die sollen allerdings dann nicht dem Finanzminister, sondern den Schülern zugute kommen. Als die damalige Unterrichtsministerin Gehrer 2003 und 2004 die Schulstunden gekürzt hat, ist insbesondere die SPÖ dagegen Sturm gelaufen. Warum nimmt Frau Schmied dann nicht diese Stundenkürzungen wieder zurück?

Erst verlieren also die Schüler wertvolle Unterrichtszeit, jetzt sind die Lehrer dran. Und sie alle müssen ihre Opfer bringen, damit die SPÖ ihre ideologischen Bildungs-Ziele weiterverfolgen kann. Die Diskussion, wie sie jetzt geführt wird, ist unnötig wie ein Kropf und muss daher neu begonnen werden – ohne Rücktrittsdrohungen, ohne Streikforderungen und ohne dass Ministerin und Gewerkschaft die Lehrer – gewollt oder ungewollt – zu Sündenböcken machen. Nur so können alle Beteiligten profitieren: Lehrer, Schüler und Eltern.

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