Fünf Menschen schwer verletzt, zwei in Lebensgefahr – dennoch sorgt sich ORF-Moderator Roman Rafreider nicht um die Opfer des Axt-Attentäters, sondern darum, dass die Fremdenfeindlichkeit wieder zunimmt.

Foto: Bild: commons.wikimedia.org / Manfred Werner (Tsui) (CC BY-SA 3.0)
Nach Axt-Attentat im Zug: ORF-Rafreider sorgt sich nicht um die Opfer, sondern um die “Hetzer”

Ja gerade in solch dramatischen Fällen, in denen diese aufgeheizte Stimmung eh schon so massiv ist gegen Migranten, gegen Flüchtlinge müssen wir noch mehr aufpassen, abwägen, einordnen, zuordnen, was da gerade an Informationen so hereinkommt. Als in der Nacht – wir haben in der ZIB 24 schon berichtet – bekannt wurde, dass ein junger Afghane, ein Flüchtling eben, in einem Regionalzug in Würzburg mit Messern und einer Axt auf Fahrgäste losgegangen ist und welche schwer verletzt hat, da war klar, das ist  wieder Wasser auf die Mühlen der Hetzer!

Rache an Ungläubige

So begann Roman Rafreider seine Moderation am Dienstag in der ZIB 20 des ORF. Rafreider interessierte sich nicht für die Opfer des Attentäters, obwohl zwei davon laut Medienberichten sogar in Lebensgefahr schweben, nein, Rafreider – und das ist zutiefst menschenverachtend – hatte nur eine Sorge: Jene Menschen, die sich seit der zügellosen Zuwanderung und ihren zum Teil mörderischen Nebeneffekten nicht mehr sicher in ihrer Heimat fühlen und ihre Angst artikulieren, könnten sich durch solche Vorfälle wie in Bayern bestätigt fühlen und beim Umgang mit den “Flüchtlingen” vorsichtiger agieren. Rafreider nennt diese Menschen “Hetzer” – den Attentäter, einen 17-jährigen Afghanen, der angeblich im Auftrag des IS Rache an den Ungläubigen übte und fünf schuldlose Menschen mit Axt und Messern vorsätzlich töten wollte, verschont der ORF-Moderator stattdessen.

Deutschland nun wieder fremdenfeindlicher

Im Interview mit ORF-Korrespondentin Sabine Schuster legte Rafreider sogar noch nach. Auch in diesem Gespräch fragte er nicht, wie es den Opfern ging, sondern seine Sorge galt einzig und allein den Flüchtlingen. Wörtlich fragte er seine Kollegin in Berlin:

Jetzt wars ein junger Afghane, es war ein Flüchtling. Was macht das gerade wieder mit Deutschland oder in Deutschland, wie groß ist die Gefahr, dass die Fremdenfeindlichkeit jetzt wieder zunimmt?

“Also im Netz”, antwortete Schuster, “geht die Hetze schon wieder los. Aber auch auf der Straße sagen Passanten, ja ich werd´ mir schon genauer anschauen, wer mit mir in einem Zug sitzt. Also die Angst geht schon ein bisschen um und die Behörden rufen jetzt alle auf, bitte differenziert, es geht hier um die Tat eines Einzelnen, was wir soweit wissen, und nicht jeder Flüchtling ist ein potenzieller Täter…”

Im gesamten Beitrag über den Axt-Angriff im Zug gibt es keine Information, wie es den Opfern des von der Polizei erschossenen Attentäters geht. Roman Rafreider, der seinen Beruf als Moderator sehr oft mit jenem eines Kommentators verwechselt, tat alles, um die Tat zu verharmlosen, damit die “Hetzer” nicht wieder Wasser auf ihre Mühlen bekommen.

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