Der ORF-Generaldirektor sonnte sich beim SPÖ-Sommerfest im trauten Kreis (ehemaliger) SPÖ-Granden.

Bild: SPÖ Presse und Kommunikation / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz vergleicht seinen Gegenkandidaten mit Königsmörder

Am 9. August findet die Wahl zum ORF-Generaldirektor statt. Die Gegenkandidatur des kaufmännischen Direktors Richard Grasl sieht der derzeitige ORF-Chef Alexander Wrabetz offensichtlich als Majestätsbeleidigung an.

Alexander Wrabetz König von ORF-Land?

Der SPÖ-nahe ORF-Chef scheint zweieinhalb Wochen vor der Wahl eines neuen Generaldirektors nervös zu werden. Laut Kurier soll keiner der beiden Bewerber über eine sichere Mehrheit verfügen. Zünglein an der Waage sollen die Vertreter der Oppositionsparteien sein. Gegenüber den Vorarlberger Nachrichten holte Wrabetz nun zum Rundumschlag gegen seine Hauptkritiker aus. Seinen Herausforderer Richard Grasl verglich er gar mit einem Königsmörder. "Wir haben in Bregenz Hamlet gesehen. Er zeigt, dass Königsmord selten gut für alle Beteiligten ausgeht. Man kann aber jemanden, der Ehrgeiz hat, nicht davon abhalten, sich zu bewerben," gab Wrabetz dem Blatt zum Besten.

Bei dem erwähnten Stück handelt es sich um eine im Königreich Dänemark spielende Tragödie von William Shakespeare. Claudius, der Bruder von König Hamlet, ermordet den Herrscher, reißt die Krone an sich und heiratet Gertrude, die Witwe des Königs. Prinz Hamlet strebt danach, seinen Vater zu rächen, und stürzt dabei alle Beteiligten ins Unglück.

ORF liefert „objektive Berichterstattung“

Kritik an den Leistungen des Führungsteams und der Organisation des Staats- und Regierungsfunks stellt “König“ Wrabetz als Kritik an den einfachen Mitarbeitern dar. "Das Ganze ist Teil einer Wahlkampfinszenierung. Es ist aber ein Affront gegenüber hunderten Kollegen, die täglich Kilimandscharoartige Arbeit leisten", ereifert sich der Generaldirektor. Die ORF-Journalisten seien in ihrer Tätigkeit frei und ließen an Pointiertheit nichts zu wünschen übrig. "Wir haben eine objektive Berichterstattung, die auch aneckt“, meint der SPÖ-Günstling.

Was Wrabetz unter Objektivität versteht, haben die Seher unter anderem bei der ORF-Diskussion der Spitzenkandidaten zur Bundespräsidentenwahl gesehen, als „Spitzenmoderatorin“ Ingrid Thurnher versucht hat, Norbert Hofer als Lügner bloß zu stellen. Als der plumpe Schwindel sehr schnell aufgeflogen war, hat man versucht, dies als „Recherchepanne“ darzustellen. Drahtzieher soll ORF-Mann Armin Wolf gewesen sein.

Damit, dass die Berichterstattung aneckt, hat Wrabetz durchaus recht, auch wenn es sicher nicht so gemeint war. Und vielleicht muss sich „König“ Alexander am 9. August statt an Shakespeare an Franz Grillparzer orientieren: König Ottokars Glück und Ende.

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