Frankreich: IWF-Chefin Lagarde auf der Anklagebank

IWF-Chefin Lagarde muss vor ein französisches Strafgericht.  Foto: Medef / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
IWF-Chefin Lagarde muss vor ein französisches Strafgericht.
Foto: Medef / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
24. Juli 2016 - 14:03

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds(IWF) wird nun endgültig von ihrer innenpolitischen Vergangenheit in ihrer Heimat Frankreich eingeholt. Der Oberste Gerichtshof in Paris entschied, dass ein Strafprozess gegen IWF-Chefin Lagarde eröffnet wird. Der Zulassung der Anklageerhebung gegen die ehemalige Wirtschaftsministerin unter Staatspräsident Francois Sarkozy waren jahrelange Ermittlungen und juristische Auseinandersetzungen vorausgegangen. Lagarde wehrte sich bis zuletzt mit allen Mitteln gegen einen Zugriff der französischen Justiz.

Anklagegrund: 400 Millionen Euro an Bernard Tapie

Eigentlicher Anklagegrund ist die Zahlung einer 400 Millionen schweren Entschädigungssumme an den französischen Unternehmer Bernard Tapie. Lagarde hatte diese Zahlung 2008 im Zusammenhang mit dem Sportunternehmen Adidas genehmigt, an dem Tapie beteiligt war. Die Strafbehörden sehen hier eine Zahlung zu Lasten der französischen Republik und damit Untreue.

Tapie, ursprünglich Minister unter dem sozialistischen Staatspräsidenten Francois Mitterand Anfang der 1990er Jahre, wechselte unter Sarkozy ins bürgerliche Lager und unterstützte dessen Wahlbewegung 2007 und 2012. Dies wird auch als politischer Grund für die großzügige Schadenersatzzahlung an Tapie gewertet. 

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