Wer heimisches Obst und Gemüse bevorzugt ist gemäß ORF-Diktion nicht „weltoffen“ und potentiell rechtsextrem.

Bild: Xocolatl / Wikimedia gemeinfrei
Wer lieber steirische Äpfel statt exotische Früchte isst, hat laut ORF kein „offenes Weltbild“

Breiten Raum widmete am Dienstagabend die ORF-Sendung „Steiermark heute einem „Esoterikbericht“ der Jugendinformationsstelle LOGO. Immer mehr Jugendliche würden sich gegen ein "offenes Weltbild" wenden und seien "anfällig für eine Radikalisierung", heißt es da.

Neues Regionalbewusstsein birgt "Gefahren von rechts"

Der Trend zum Regionalismus an sich sei ja grundsätzlich positiv, meint der Studienautor Roman Schweidlenka, wären da nicht die bösen Rechten und Verschwörungstheoretiker. Wirtschaftkrise und Asylantenproblematik hätten dazu geführt, dass junge Menschen Lebensmittel selbst anbauen oder beim Bauern kaufen. Ihr regionales Umfeld und die unmittelbare Heimat würden für sie immer wichtiger.

Doch was harmlos wirkt, birgt Gefahren, lässt man uns wissen. Beschworen wird in der Sendung sogleich eine Gefahr von „rechts“, denn durch die Rückbesinnung auf die Heimat würde ein „offenes Weltbild“ verschwinden. Rechtsextreme und antisemitische Kräfte würden dieses neue Regionalgefühl für sich ausnützen. Es bestehe daher dringender Handlungsbedarf. Untermalt ist der Bericht zum Teil mit Österreich-Fahnen schwenkenden Menschen.

Paradox: ORF-"Essperiment" predigt ebenso regionale Lebensmittel

Gänzlich verwirrt steht man als ORF-Konsument allerdings da, wenn man auf diesem Sender einerseits als "nicht weltoffen" tituliert wird, wenn man regionale Lebensmittel bevorzugt und daher potentiell ins rechte Eck gestellt wird, gleichzeitig in ORF 2 aber das "Essperiment" präsentiert wird. Darin sollen sich Familien respektive auch eine Wohngemeinschaft ein Jahr lang nur von Lebensmitteln ernähren, die in einem Umkreis von hundert Kilometern ihres Heimatortes wachsen.

Eine regionale Ernährungs-Show mit ausgewählten Protagonisten sowie unter Regie und Kontrolle der rot-grünen ORF-Redaktion ist also etwas ganz anderes, als der nicht kontrollierbare Wildwuchs an heimatverbundenen Jugendlichen, die sich auch konservativen Werten zuwenden könnten.

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