Burkini-Party mit ausdrücklichem Bikini-Verbot in Frankreich

Foto: Bild: Foto: Frans Persoon / flickr (CC BY-NC-ND 2.0)
Provokation pur: Schwimmbad-Party mit verschleierten Frauen löst in Frankreich Empörung aus

Les Pennes-Mirabeau ist eine bislang eher unbekannte Kleinstadt im Süden Frankreichs. Doch nun rückt diese Gemeinde aufgrund einer merkwürdigen Veranstaltung in den Mittelpunkt öffentlichen Interesses.

Burkini erlaubt, Bikini verboten

Für den 10. September mietete eine Frauenassoziation mit dem Namen „Smile 13“ ein Event-Bad (Speed Water Park), um eine Party mit Frauen, Mädchen und Burschen (diese maximal 10 Jahre) zu feiern. Auf der Einladung zu diesem Event steht, dass Bikinis verboten, Burkinis und Hidschabs aber ausdrücklich erlaubt sind.

Zur Erklärung: Der Burkini ist ein Ganzkörperschwimmanzug für moslemische Frauen mit integrierter Kopfbedeckung, der so konstruiert ist, dass der Stoff auch in nassem Zustand nicht am Körper haftet und somit die weiblichen Konturen nicht sichtbar werden. In seinen religiösen Anforderungen entspricht er dem Hidschab (arabisch: Hülle, Vorhang). Hidschab bedeutet im mohammedanischen Sinn die Verhüllung und Abschirmung der Frau (von der profanen Welt) durch ein Kopftuch oder einen Schleier.

Rückfall in eine frauenfeindliche Zeit

Der Bürgermeister von Les Pennes-Mirabeau, Michel Amiel, möchte nun diese „Burkini-Party“ in seiner Gemeinde verbieten, da eine derartige Veranstaltung als Provokation und „Gefahr für die öffentliche Ordnung“ zu sehen ist.

Für Michel Amiel ist so ein Auftritt von verschleierten Frauen in der heutigen Gegenwart „communalisme pur“, also ein Rückfall in eine Zeit weit vor der gesellschaftlichen Aufklärung mit den Grundsätzen der allgemeinen Menschenrechte und Meinungsfreiheit.

In Europa soll jeder machen können, was er möchte

Natürlich zeigt sich eine Vertreterin von „Smile 13“, eine Frau Mélisa Thive, verwundert, dass ihre Party sogar landesweite Empörung und Ärger auslöst und argumentiert, dass sie nicht verstehe, weswegen man ihrer Frauenorganisation ein schlechtes Gewissen macht. Denn ihrer mohammedanischen Meinung nach soll jeder (jedenfalls in Europa) seinen Glauben praktizieren können, wie er es für richtig hält.

(Freilich wäre Frau Thives Meinung zu einer Bikini-Party in Saudi-Arabien ebenso interessant.)

Jegliche Form der Verschleierung ist ein Geschlechtergefängnis

Die Abgeordnete zur französischen Nationalversammlung, Valérie Boyer (UMP, Union pour un mouvement populaire), warnte freilich eindringlich vor der polarisierenden Auswirkung derartiger Veranstaltungen:

Burka, Schleier, Abaja, Niqab, Hidschab … nennen Sie sie, wie sie wollen. Sie sind Geschlechtsgefängnisse, eine Verneinung der Individualität, ein Hindernis für Gleichberechtigung und Brüderlichkeit.

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