Sultan Erdogan (in der Mitte) zeigt seinem Volk und der Welt den Weg – in den Islam-Staat.

Foto: Bild: Wikimedia / Kahire Yunus Emre Enstitüsü / CC BY-SA 3.0
Sex mit Minderjährigen kein Straftatbestand mehr in Türkei – Vorbereitung auf Islamisierung?

Weshalb tut man andauernd so, als würde man sich wundern, was gerade in letzter Zeit in der (ach so demokratischen) Türkei vor sich geht?

Kommentar von Unzensurix

Erst gab es da diesen jämmerlichen Putsch, den der muslimische Hardliner Fethullah Gülen aus seinem amerikanischen Exil gegen den muslimischen Hardliner und ehemaligen Freund Recep Tayyip Erdogan angezettelt haben soll. Hierauf kam, nach dem Scheitern dieser aus militärischer Sicht völlig unzulänglichen Aktion, eine unbeschreibliche Verhaftungswelle von Gegnern des türkischen Präsidenten, die in ihrer Perfektion nur von langer Hand vorbereitet sein konnte. Daraufhin – was macht man denn mit so vielen verhafteten Regimegegnern? – wurde, natürlich aus der Bevölkerung(!) heraus, der Ruf nach der Todesstrafe laut.

Und zuletzt…, ja zuletzt beginnt man Schritt für Schritt jene Gesetze zu ändern, die einem „neuen türkischen Weg“ unter Erdogan im Weg sein könnten.

Sexuelle Handlungen an Kindern unter 15 erlaubt

Der letzte Streich in dieser Hinsicht mutet freilich pervers an. Denn der türkische Verfassungsgerichtshof hob eine gesetzliche Bestimmung auf, die sexuelle Handlungen an Kindern unter 15 Jahren als sexuellen Missbrauch unter Strafe stellt. Argumentiert wird damit, dass Kinder zwischen 12 und 15 Jahren durchaus die Bedeutung einer sexuellen Handlung verstünden und daher natürlich die Einwilligung zu Sex geben können. Das heißt, wenn ein kindliches Opfer aussagt, dass es die sexuelle Handlung mit einem Erwachsenen wollte, dann ist diese auch rechtens und kein Strafbestand mehr.

Naive Betrachtungsweise der Türkei

Nur darf man doch nicht so naiv sein, eine Türkei überhaupt mit westlichen Wertvorstellungen zu betrachten, auch wenn es seinerzeit einen gewissen Mustafa Kemal Atatürk (1881-1938) gab, der als Begründer der türkischen Republik angesehen wird. Diese Republik schickte nicht nur den osmanischen Sultan (zugleich Kalif aller Mohammedaner) in Pension, sondern verbot sogar Schleier (derzeit wieder rückgängig gemacht) und Fes (die damalige, traditionelle, türkische Kopfbedeckung der Männer).

Türkischer Chauvinismus in Hochform

Allerdings zeigte die türkische Republik vom Anfang an große Schwierigkeiten, mit dem Islam kompatibel zu sein, und konnte sich nur durch Militärregierungen, welche die islamischen Begehrlichkeiten zügelten, am Leben erhalten. Dass das nur durch die Heranbildung eines unglaublichen türkischen Nationalstolzes geschehen konnte, war ein für die Türken positiver Nebeneffekt, der sich auch in der (zwar tatsächlich einigermaßen demokratisch gewählten) Regierung Erdogan auffällig zeigt.

So braucht sich auch Kanzler Kern nicht überbewerten, wenn er sogar mit der Twitter-Bemerkung eines Politikers „Verpiss Dich, Ungläubiger“ bedacht wurde, weil niemand und überhaupt niemand das Recht besitzt, die Türken (egal wo auf der Welt) oder die Türkei (was immer auch dort passiert) in irgendeiner Form zu kritisieren. 

Da sich derzeit Chauvinismus mit religiösen Überlegenheitsgefühlen gepaart hat, werden eben alle Personen, die sich „türkophob“ zeigen, in einen Topf geworfen und kein Unterschied gemacht, ob der Mensch in seiner Heimat sowieso dem Islam eine gewisse Gewogenheit gegenüber zeigt.

Sultan Erdogan schwebt über allem

Denn Gewogenheit gegenüber dem Islam ist einem Herrn Erdogan, der sich wohl als „Sultan“ sieht, mittlerweile viel zu wenig. Denn, wie bereits erwähnt, war der osmanische Sultan zugleich Kalif, also der Stellvertreter oder Nachfolger Mohammeds. Und als solcher dürfte sich Erdogan bereits sehen, wie man aus seinen Handlungen und den Handlungen seiner staatlichen Organisationen erkennt, die Gesetze so hinbiegen, dass sie islamischen Gesetzmäßigkeiten entsprechen.

Und wenn das Schutzalter sexueller Handlungen herabgesetzt wird, deutet das mehr als augenscheinlich an, dass es nicht um sexuelle Beziehungen Jugendlicher untereinander geht (die vom Islam sowieso schwer verboten sind), sondern darum, die islamische Kinderehe über eine Hintertüre zu legalisieren. Also schleichende Islamisierung in Reinkultur!

EU und Türkei?

Dass dann das türkische Außenministerium die Schlagzeile der Kronen Zeitung „Türkei erlaubt Sex mit Kindern unter 15 Jahren“ zu einer diplomatischen Krise hochspielt, zeigt mit Bravour, was die Türkei von Europa und seiner humanistischen Tradition denkt.

Und wenn dann noch irgendwer von den EU-Granden überhaupt einen Beitritt der Türkei in die EU andenkt, sollte man sich endlich ernsthaft Gedanken darüber machen, welchen Weg diese Europäische Union tatsächlich gehen wird. Ein demokratischer wird das dann nicht sein!

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