Nobelpreisträger Stiglitz: "Der Euro ist von Anfang an ein Konstruktionsfehler gewesen"

Wirtschafts-Experte Stieglitz macht vor allem Angela Merkel für das sture Festhalten an der Fehlentwicklung Euro verantwortlich. Foto: World Economic Forum / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Wirtschafts-Experte Stieglitz macht vor allem Angela Merkel für das sture Festhalten an der Fehlentwicklung Euro verantwortlich.
Foto: World Economic Forum / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
24. August 2016 - 12:03

Der Träger des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften, Joseph E. Stiglitz, sieht für den Euro keine Zukunft mehr und fordert deshalb die Abschaffung der europäischen Einheitswährung: „Die Konstruktionsfehler des Euro scheinen unüberwindbar. Es ist Zeit, über eine Auflösung nachzudenken“, erklärt er laut einer Darstellung in MMNews der Fachzeitschrift Financial Times.

Weder Wirtschaftswachstum noch Solidarität erreicht

Die ursprüngliche Idee des Euro war es, für Wirtschaftswachstum und mehr Solidarität zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten der EU zu sorgen. Doch für Joseph E. Stiglitz, derzeit Universitätsprofessor an der Columbia University, ist genau das Gegenteil eingetreten: „Einige Länder stecken in einer wirtschaftlichen Depression, die größer ist als die große Depression der 1930er-Jahre.“

Weltwirtschaftskrise war Mit-Auslöser für Zweiten Weltkrieg

Damals gab es, ausgelöst durch den Börsencrash am Schwarzen Donnerstag (24. Oktober 1929), eine Weltwirtschaftskrise unvorstellbaren Ausmaßes. Betriebsschließungen, Massenentlassungen und Arbeitslosigkeit in allen damaligen Industriestaaten der Welt war die Folge. Und im Endeffekt war diese Weltwirtschaftskrise einer der wesentlichsten Auslöser des Zweiten Weltkriegs.

Deutschland ist Hauptverantwortlicher der Euro-Krise

Auch sieht Nobelpreisträger Stiglitz in Deutschland den Hauptverantwortlichen für den gescheiterten Euro. Denn es war eine „fatale Entscheidung“, sich für die Europäische Zentralbank (EZB) die Deutsche Bundesbank zum Vorbild zu nehmen, welche sich hauptsächlich um die Bekämpfung der Inflation und weniger um wirtschaftliches Wachstum kümmert.

AfD ebenfalls für Auflösung der Einheitswährung

Zu diesen Äußerungen des Nobelpreisträgers Stiglitz meint der Bundessprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Jörg Meuthen, der selbst Wirtschaftswissenschaftler ist und an der Freiburger Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie lehrt:

Stiglitz hat vollkommen recht, wenn er endlich anerkennt, dass die Konstruktionsfehler der Gemeinschaftswährung unüberwindbar sind und die Zeit gekommen ist, über eine Auflösung dieser Währung nachzudenken.

Jörg Meuthen erklärt auch, dass diese Erkenntnis 2013 zur Gründung der AfD geführt habe, die seitdem vor den großen Risiken und immensen Kosten des Euro warnt.

Merkel ist auch wegen des Euro am falschen Platz

Dazu Jörg Meuthen:

Mittlerweile ist Frau Merkel eine der letzten, die sich noch so stur wie aussichtslos an den Euro klammert – ausgenommen natürlich die Vertreter der Südländer, die dabei lediglich ihren kurzfristigen Profit und die breite Streuung ihrer Verschuldung in eine große Haftungsgemeinschaft im Auge haben.

Sie muss endlich begreifen, dass der Euro Deutschland und der Europäischen Union nicht nutzt, sondern schadet. Sie darf nicht aus Prinzip an einem Projekt festhalten, von dem inzwischen jedermann sehenden Auges klar ist, dass es ein offenkundiger Fehler war. Sollte Frau Merkel weiter für die Gemeinschaftswährung werben, dann ist sie auch aus diesem Grund falsch an ihrem Platz.

Deswegen ist es für Jörg Meuthen höchste Zeit, dass im nächsten Jahr Neuwahlen in Deutschland stattfinden, weil von Frau Merkel mit Sicherheit keine Kurskorrektur am bisherigen Euro-Weg zu erwarten ist.

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