Auszeichnung an Zugbegleiterin: Sie setzte Migranten nach Beschwerde in die erste Klasse

Fahrscheinkontrolle gehört zum Tagesgeschäft von Zugbegleitern - wer nicht kontrolliert, bekommt neuerdings einen Preis. Foto: Hokachung / wikimedia (CC BY 3.0)
Fahrscheinkontrolle gehört zum Tagesgeschäft von Zugbegleitern - wer nicht kontrolliert, bekommt neuerdings einen Preis.
Foto: Hokachung / wikimedia (CC BY 3.0)
25. August 2016 - 12:43

Zur „Zugbegleiterin des Jahres“ wurde Lena-Sophia Nobbe nun vom Verkehrsbündnis „Allianz pro Schiene“ mit Sitz in Berlin ausgezeichnet. Der Grund dafür: Die Frau setzte zunächst eine Flüchtlingsfamilie und dann auch noch weitere Migranten in die erste Klasse, weil ein anderer Fahrgast sich über deren Benehmen beschwerte, wie die Berliner Zeitung in eher einseitiger Weise erläutert.

Zahlender Fahrgast beschwert sich über "Pack"

Zu Beginn dieses Jahres waren auf der Zugstrecke Siegen nach Essen etliche Migranten mitsamt großen Koffern und Kindern unterwegs. Ein älterer Herr - laut Nobbe-Zitat in der Berliner Zeitung "offensichtlich noch ein Kriegsteilnehmer, einer der alten Garde" - beschwerte sich lautstark über das „Pack“, neben dem er als zahlender Gast nicht sitzen wollte.

Schaffnerin verhilft Migranten zu Gratis-Erster-Klasse-Fahrt

Weil - laut Zeitungsbericht weiter - die 46-jährige Zugbegleiterin aber erst kurz zuvor eine Werbung des österreichischen „Vereins für Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit“ (Zara) gesehen habe, in dem ein Afrikaner in die erste Klasse gesetzt wird, handelte sie ebenso: Sie bat die betreffende syrische Flüchtlingsfamilie, doch bitte in der ersten Klasse Platz zu nehmen. Natürlich ohne (Auf-)Preis.Die Fahrkartenkontrolle setzte sie an diesem Tag nach eigenen Angaben völlig aus und bat auch alle weiteren zusteigenden Migranten, in der ersten Klasse des Zugs Platz zu nehmen.

Im Normalfall ein schwers Dienstvergehen. Im völlig irren Deutschland offensichtlich ein Grund für eine Auszeichnung.

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