Keine Arbeit, aber Geld: „Flüchtlingsnetzwerke“ auf Wohnungssuche in Wiens Nobelbezirken

Vermieter in Nobelbezirken wie Hietzing (Symbolbild: Hermes-Villa) werden von zahlungskräftigen Asylanten förmlich überrannt. Foto: KF / Wikimedia gemeinfrei
Vermieter in Nobelbezirken wie Hietzing (Symbolbild: Hermes-Villa) werden von zahlungskräftigen Asylanten förmlich überrannt.
Foto: KF / Wikimedia gemeinfrei
25. August 2016 - 11:05

Selbst Wiens Nobelbezirke werden nun schon von wohnungssuchenden Asylanten überrannt. Aufgrund des überreichen Geldsegens, der den Asylanten in Wien noch immer sicher ist (während sich andere Bundesländer wie Oberösterreich längst zu einer Kürzung der Mindestsicherung durchgerungen haben), strömen diese nun zusehends in unsere schöne, von rot-grün gegängelte Bundeshauptstadt. Dort wird es aber scheinbar schon eng mit den verfügbaren Wohnungen.

Kommentar von Unzensurix

Man hat also eine generalsanierte, „pikobello“ 70-Quadratmeter-Wohnung in absoluter Grünruhelage mit Gartennutzung in Hietzing zu vermieten. Dem Sohn und der Schwiegertochter zu klein geworden, geht man schweren Herzens daran, diese ohne Makler zu inserieren und „an den Mann zu bringen“. Im kleinen aber feinen zweistöckigen Wohnhaus, die anderen fünf Eigentümer durchwegs betagte Herrschaften mit erhöhtem Ruhebedürfnis, hat man schon eine gewisse Auswahl zu treffen, was die potentiellen Mieter betrifft.

Nagelprobe: Wer meldet sich auf unser Inserat?

Möglichst vielleicht Singles oder kinderlose Paare. Auch will man sicher gehen, dass man nach drei oder fünf Jahren die Wohnung nicht wieder generalsanieren muss. Also wird im Internet eine Anzeige geschaltet, selbstredend auf kostenpflichtigen Seiten, um etwaigen „unlauteren“ Angeboten zu entgehen, hübsch mit Fotos hinterlegt, in der Hoffnung auf Resonanz.

Interessenten: Nix Deutsch, nix Arbeit - aber Geld

Sowohl die Rückmeldungen per Internet als auch die Telefonate mit potentiellen Interessenten lassen einen rat-und sprachlos am möglicherweise missverständlich oder fehlerhaft formulierten Inserat zurück. Die Anzeige noch einmal geprüft und für korrekt befunden, löst dies die Verwirrung in keinster Weise auf. Keine einzige Rückmeldung erfolgte in einer für uns Österreicher verständlichen Sprache.

Teilweise war nicht einmal heraus zu bekommen, ob die Herrschaften den Mietpreis nicht eventuell mit einem Kaufpreis (Mietpreis von 870,00 Euro) verwechselt haben könnten. Auch Kommentare wie „Keine Arbeit aber Geld“ waren an der Tagesordnung. Völlig erstaunt und auch ein wenig verzweifelt reagiert man eben einfach auf derlei Anfragen nicht oder gibt telefonisch die Auskunft, die Wohnung sei schon vergeben.

Kein einziger Einheimischer meldet sich - zu teuer?

Obwohl der Mietpreis marktkonform und für Hietzing durchaus angemessen ist, meldet sich kein einziger Österreicher auf die Annonce. Man könnte da verzweifelt zu dem Schluss gelangen, dass es für Österreicher möglicherweise zu teuer sein könnte. Die haben zwar Arbeit aber scheinbar nicht genügend Geld.

Erleichtert macht man schließlich einen Besichtigungstermin mit einem gewissen Herrn Ludwig, der sich telefonisch auf die Anzeige gemeldet hat. Ein leichter Akzent ist zwar beim Telefonat heraus zu hören, aber er klingt nicht unsympathisch. Vor dem Haus wie vereinbart angekommen, läutet auch gleich das Telefon mit einer Nachricht von Herrn Ludwig, der sich, aus nicht wirklich nachvollziehbaren Grund, gleich einmal um eine Stunde verspätet.

"Schwager" des Interessenten spricht nur arabisch

Zähneknirschend willigt man ein, zu warten. Alsbald erscheint dann auch Herr Ludwig mit einem recht jungen (geschätzt maximal 25 Jahre), arabisch aussehenden, bärtigen Mann an seiner Seite. Die Wohnung, erklärt Ludwig beflissen, sei nicht für ihn, sondern für den bärtigen "Schwager". Dieser könnte allerdings vom Alter her sein Sohn sein. Die Besichtigung läuft im Eilzugstempo von nicht einmal fünf Minuten ab. Man ist scheinbar weniger an der Ausstattung oder der Gegend, als eher überhaupt an einer Unterkunft interessiert.

Auf die Frage, wer denn da alles vorhabe, einzuziehen, erfährt man, dass der angebliche Schwager samt Frau und Kind gedenkt, dort zu wohnen. Der Einwand, die Wohnung sei zu klein für Familien mit Kind, da kein eigenes Kinderzimmer vorhanden sei, wird mit dem Argument, das Kind sei noch sehr klein, vom Tisch gewischt.

Single-Wohnung für Familie: "Kind sehr klein"

Herr Ludwig fungiert während der gesamten Besichtigung als Dolmetscher. Der bärtige „Schwager“ ist der deutschen Sprache nicht einmal für eine Begrüßungsfloskel mächtig. Leichtfertig, wie sich später herausstellen sollte, gestattet man dem bärtigen „Schwager“, ein paar Fotos der, bis auf die Küche, unmöblierten Wohnung zu machen. Die Sache ist klar und man verabschiedet die Herren mit der Information, sich telefonisch bei Ludwig betreffend einer Entscheidung zu melden.

Vermieter werden gedrängt, sofort Ja zu sagen

Dies wollen die Herren, vor allem Geschäfts-Anbahner Ludwig, so nicht hinnehmen und versuchen nach guter alter „Basar-Mentalität“, doch noch eine sofortige Unterfertigung des Mietvertrages heraus zu schlagen. Man möchte ja schließlich schon zum ersten des nächsten Monats einziehen. Es gelingt schlussendlich, unter Aufbietung aller Überredungskunst, die Herren zu vertrösten.

Netzwerk organisiert Besichtigungen für Asylanten

Zu Hause angekommen und noch immer über den unnötigen Aufwand resümierend, läutet das Telefon. Die völlig aufgelöste Hausbesorgerin, über die geplante Vermietung im Vorfeld bereits informiert, fragt, ob man denn nicht Besichtigungstermine vergessen hätte, da noch einige Herrschaften vor der Tür wären, die gerne die Wohnung mieten wollen. Völlig konsterniert berichtet sie, diese Personen hätten versucht, ins Haus zu gelangen und an der zu vermietenden Wohnung heftig geläutet. Durch den Lärm aufmerksam gemacht, befragte sie die Personen, die sich als wohnungssuchende Asylanten zu erkennen gaben.

Niemand außer Vermittler Ludwig und dessen angeblicher Schwager wusste jedoch über die genaue Anschrift der Liegenschaft Bescheid. Auch aus der Internetanzeige ging diese nicht hervor. Die Annahme, dass er und sein bärtiger Asylant diese - samt Fotos - gleich postwendend weitergeleitet hatten, liegt auf der Hand. Binnen einer Stunde war also der nächste Schwung an wohnungssuchenden Asylanten vor Ort. Das nennt man also „Netzwerken“ unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und mit „Hilfe“ eines Herren, der sich einen schönen österreichisch klingenden Namen zugelegt hat. Ähnlich gelagerte Fälle, auch aus Innenstadtbezirken, liegen unzensuriert.at ebenfalls vor.

Syrischer "Akademiker" will Miete aus AMS-Bezug zahlen

Man ruft also tags darauf, der gröbste Ärger ist verflogen, besagten Ludwig unter dem Vorwand einen Mietvertrag abschließen zu wollen, an. Bei der Nachfrage nach den üblichen Unterlagen des zukünftigen Mieters jedoch kam erstaunliches zu Tage. Auf die Frage nach Ausweisdokumenten oder Meldezettel bekam man keine konkrete Antwort. Der bärtige „Schwager“ sei allerdings syrischer Flüchtling und obendrein noch Akademiker. Die drei Monatsmieten Kaution seien auch kein Problem, ja und die Miete gleich gar nicht. Das würde von dem Geld, das er vom AMS bekommt, bezahlt und auch per Dauerauftrag überwiesen werden können.

Viele Fragen bleiben offen

Ein Akademiker, der leider noch keine Zeit gefunden hat, einen Deutschkurs zu belegen, vom AMS aber scheinbar als vermittelbar eingestuft wird. Eine Flut an Fragen, die sich aus dieser leider wahren Geschichte ergeben und die Flut an Asylanten vor der Hietzinger Wohnung, die hoffentlich bald versiegt, ähneln einander auf erschreckende Weise...

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