NRW deckt sich mit Jod-Tabletten ein: Angst vor Terroranschlag auf Kraftwerk?

Aus Angst vor einem Atomunfall rüstet NRW nun Jod-Tabletten nach. Foto: thomas springer / wikimedia (gemeinfrei)
Aus Angst vor einem Atomunfall rüstet NRW nun Jod-Tabletten nach.
Foto: thomas springer / wikimedia (gemeinfrei)
28. August 2016 - 9:00

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21 Millionen Jod-Tabletten bestelle unlängst das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen. Angeblich aus Angst vor den gravierenden Mängeln in belgischen Atomkraftwerken. Nun sollen nicht nur Kinder, Schwangere und Stillende zum Schutz bei einem Reaktorunfall versorgt werden, sondern auch ein erweiterter Personenkreis im Umkreis von 100 Kilometern zum nächsten Reaktor. Wie der letzte Terrorakt in Belgien zeigte, dürfte die Angst vor einem Atomanschlag durch muslimische Attentäter allerdings der wahre Grund sein.

Halb Europa betroffen

Eigentlich sei der Bund dafür zuständig, die gesamte Bevölkerung mit Jod-Tabletten im Ernstfall zu versorgen und diese auch den Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Weil dort aber bis jetzt niemand konkret aktiv geworden ist, nahm NRW die Sache selber in die Hand und schaffte Millionen von Medikamenten an, welche an dezentrale Versorgungsstellen vergeben wurden. Die Kosten sind vergleichsweise gering und mit 800.000 Euro kann ein Großteil der Bevölkerung gut geschützt werden. Die Bundesregierung will allerdings nicht zahlen, NRW behält sich aber eine Refundierungsforderung vor.

Hintergrund dürften auch ständige Pannen im nicht weit entfernten Kraftwerk von Doel nahe Antwerpen sein, wie die Welt berichtet. Dieser Meiler ist nur etwa 70 Kilometer von der deutschen Stadt Aachen entfernt, bei einem Unfall könnte allerdings halb Mitteleuropa akut gefährdet sein. Wahrscheinlich ist allerdings auch die Angst vor erneuten Terroranschlägen, bei denen Reaktoren im Visier der Attentäter stehen könnten.

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