Wie "profil" versucht, eine neue Zeitung mit allen Mitteln ins "böse rechte Eck" zu stellen

"Profil"-Chef Christian Rainer bei einem seiner vielen Schicki-Micki-Termine - hier beim Jägerball 2012. Foto: Unzensuriert.at
"Profil"-Chef Christian Rainer bei einem seiner vielen Schicki-Micki-Termine - hier beim Jägerball 2012.
Foto: Unzensuriert.at
27. August 2016 - 9:00

Das einst vom späteren Kurier-Chefredakteur Gerd Leitgeb (1939 - 2001) gegründete Wochenblatt profil galt viele Jahre als seriöses, investigatives und gut recherchierendes Magazin, dessen Ruf sich nicht zuletzt auf Mitarbeiter wie Alfred Worm (1945 - 2007) gründete. Er hatte mit der Aufdeckung des AKH-Skandals 1975 nicht nur den größten Finanz- und Korruptions-Skandal seit Kriegsende offenbart, sondern das profil damit schlagartig bekannt gemacht.

Von AKH bis Proksch: Profil war einst ein Aufdecker-Medium

Auch bei der Demontage des Abenteurers Udo Proksch und dessen Schutzherren Poldi Gratz (damals SPÖ-Außenminister) und Charly Blecha (damals SPÖ-Innenminister) in den 1980er Jahren war das Blatt stark beteiligt, ebenso wie an den bizarren Enthüllungen rund um den roten burgenländischen Landeshauptmann Theodor Kery und einige seiner Regierungsmitglieder (Schießkeller, beheizte Garagenauffahrt, Bewag-Skandal u.a.).

Die Akteure in der profil-Redaktion hatten damals eines gemeinsam: Sie waren alle keine roten, grünen, linken oder rechten, sondern g’standene Journalisten, die jene aufblattelten, die es offenkundig verdient hatten.

Mit Christian Rainer kamen die Salon-Linken

Spätestens seit der SPÖ-nahe Schicki-Micki-Parvenü Christian Rainer Herausgeber und Chefredakteur des profil ist, also seit 1998, sind ganz offensichtlich andere Kriterien gefragt - immerhin begann Rainer seine Karriere ja beim Falter. Will man mitarbeiten, kann eine rot-linke Polit-Vergangenheit nicht schaden, will man jemanden aufblatteln, genügt dazu schon die Tatsache, dass das potentielle Opfer „der FPÖ nahe steht“.

Als Feindbild gilt jeder, der mit der FPÖ zu tun hat

Beispiel gefällig? In Oberösterreich gibt es seit Ende März das neue Print-Wochenmagazin Wochenblick. Als Chefredakteur fungiert der langjährige - und politisch bisher "unverdächtige" - Mitarbeiter der Oberösterreichischen Nachrichten, Kurt Guggenbichler. Weil das neue Magazin ganz offensichtlich nicht im rot-grün-linken Medien-Einheitsmeinungsbrei mitschwimmt, „politische Korrektheit“ sogar offen ablehnt und Mitarbeiter beschäftigt, die teils in irgendeiner Weise mit der FPÖ zu tun haben, wird es vom profil – ganz in Manier des Verfassungsschutzes – „beobachtet“. Und beschrieben (siehe profil, 3. August).

"Recherche" ergab, dass Wochenblick-Chef "nuschelt"

Was das heißt? Ein profil-Mitarbeiter namens Jakob Winter – in der Vergangenheit durch Aktivtäten bei der sozialistischen Jugend, etwa bei Aktionen gegen den Akademikerball, einschlägig aufgefallen – schleicht sich uneingeladen zu einem Wochenblick-Leserforum in ein Gasthaus ein, wo es gemütlich-informativ zugeht. Eines der naturgemäß spärlichen „Recherche-Ergebnisse“ daraus ist, dass der Chefredakteur „lange, nach hinten gekämmte, graue Haare hat und ein wenig nuschelt“. Dies wäre vielleicht von Interesse gewesen, hätte Chefredakteur Guggenbichler bei „Germanys next Topmodel“ mitgemacht. In einem Portrait über eine neue Zeitung hat es eher nichts verloren – es sei denn, man will der Redaktion ganz subtil ans Bein pinkeln, weil man sonst nichts hat.

"Ostdeutscher" darf nicht in Oberösterreich arbeiten

Und genau das scheint im profil-Beitrag über den Wochenblick im Mittelpunkt gestanden zu sein. Da regt sich etwa ein Magazin wie profil, das im heurigen Frühjahr unter der Rubrik „Check in“ monatelang jede Woche einen (illegalen?) Migranten an prominenter Stelle im Portrait vorstellte, darüber auf, „warum sich ein ostdeutscher (sic!) Journalist zu einem oberösterreichischen Wochenblatt verirrt“. Na warum wohl? Vielleicht, weil in „Ostdeutschland“ die Lage am Arbeitsmarkt noch beschissener ist als bei uns? Oder sind "ostdeutsche" Einwanderer, die immerhin schreiben können, schlechter als die in profil vorgestellen Afghanen und Iraker?

Profil regt an, alle Finanzierungen offen zu legen - na dann bitte!

Ein weiterer "Kritikpunkt" im profil-Artikel ist die „mangelnde Transparenz bei der Finanzierung des Wochenblicks“. Aha. Wie viele profil-Leser wissen denn, wie sich dieses Blatt finanziert? Und wie es sich, angesichts kolportierter Finanznöte, einen Chefredakteur leisten kann, der - nach eigenen Angaben – bereits 2008 monatlich 8.600 Euro netto monatlich einstreifte? Immerhin ein Ministergehalt. Wie viel mag das dann heute sein? Und welche Summe kostet das mit allen Abgaben seinen Arbeitgeber im Jahr? Etwa 200.000 Euro? Ist er das wert? Kann er das überhaupt wert sein? - Wir ersuchen daher um Offenlegung aller profil-Sponsoren und Inserenten, die sich das leisten!

"Wie gehen sie mit der FPÖ-Nähe ihrer Mitarbeiter um?"

Genau das fragte profil in einer ultimativen E-Mail-Anfrage Wochenblick-Chef Guggenbichler. Der ließ sich nicht unter Druck setzen und antwortete - gar nicht. Profil war das egal – es verrät seinen Lesern auch ohne Stellungnahme exklusiv, dass viele Mitarbeiter des Wochenblicks eine Nähe zur FPÖ haben. Ja, und?

Neben Christian Rainer und dem "Wirtshaus-Spion" Jakob Winter haben eine ganze Reihe von profil-Mitarbeitern und -innen eine SPÖ- oder gar KPÖ-Vergangenheit. Etwa jene Schreiberin namens Christa Zöchling, die im Vorjahr damit aufgefallen war, dass sie FPÖ-Wähler unisono als die „hässlichsten Menschen von Wien“ und noch einiges mehr bezeichnet hatte. Frau Zöchling kandidierte in Graz 1983 für die KPÖ im Gemeinderatswahlkampf.

Wenn es Not tut, wird auch "Sippenhaftung" angewandt

Profil scheut nicht einmal vor Sippenhaftung zurück, wenn es darum geht, politisch Andersdenkende anzupatzen. So wird der Leiter des FPÖ-Kommunikationsbüros, Alexander Höferl, „ebenso Betreiber des rechten Blogs 'unzensuriert'“ (profil-Zitat), im Artikel genannt, weil er mit seinem Vater, ebenfalls jahrzehntelang bei den Oberösterreichischen Nachrichten und jetzt beim Wochenblick tätig, verwandt ist - und das nur, weil der Vater 2012 im niederösterreichischen Krems (an unwählbarer Stelle) im Gemeinderatswahlkampf für die FPÖ kandidiert hatte. Welch Frevel!

Unterm Strich bleibt - nix

Unterm Strich bleibt also im ganzen langen profil-Artikel nicht viel anderes übrig, als dass das neue Magazin Wochenblick und seine Mitarbeiter, Financiers, Chefs und sonstige Beteiligte mit aller Gewalt ins böse, rechte Eck gedrängt werden - sofern das heutzutage angesichts der Zustände im Land und der Ergebnisse aktueller Wahlumfragen überhaupt als "böse" gelten kann. Die Leserzahlen (beider Medien) werden zeigen, ob das ausreicht, eine neue Zeitung zu schädigen. Oder eher das Gegenteil.

Der Wochenblick wehrt sich in angemessener Form - hier die Antwort auf die fragwürdigen Unterstellungen des profil.

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