Das Schloss Schwerin ist Sitz des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern

Foto: Bild: Myriam Thyes / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Vorausgesagter Wahlerfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern bereitet Altparteien bereits jetzt Kopfschmerzen

Weil sich CDU und SPD vor dem sonntäglichen Wählerwillen im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern fürchten, wird noch ordentlich gegen jene Partei ausgeteilt, der in Umfragen ein gewaltiger Stimmenzuwachs vorausgesagt wird.

Für Frau Schwesig ist eine Partei mit einer Frau an der Spitze für Frauen nicht wählbar

Mecklenburg-Vorpommerns Familienministerin Manuela Schwesig etwa, die sich gegen eine Einschränkung beim Familiennachzug von Asylanten ausspricht, attestierte der AfD ein „total rückwärtsgewandtes“ Familienbild, weswegen die AfD, eine bundesweit von einer Frau (Frauke Petry) geführte Partei, für Frauen „absolut nicht wählbar“ sein soll.  

Im Seebad Heringsdorf auf der Ostseeinsel Usedom erklärte sie, dass gerade die Frauen in Ostdeutschland stolz darauf wären, mit Selbstverständnis Beruf und Familie zu vereinbaren und kam gleich mit dem abgedroschenen Argument, dass die AfD die Frauen (Frauke Petry?) wieder an den Herd zurückschicken möchte.

CDU-Politiker sieht in AfD keine demokratische Partei

CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier fiel mit der Plattitüde auf, dass die AfD nur Forderungen stelle und keine Lösungsansätze biete. Auch stellte er gleich die demokratische Einstellung der AfD in Frage, indem er meinte, dass ein AfD-Wahlsieg für alle demokratischen Parteien ein „verheerendes Signal“ wäre und das „Schlimmste, was am Sonntag passieren könnte“.

Zwar hatte Herr Caffier vor dem Hintergrund der starken Umfragewerte für die AfD versucht, in den letzten Wochen einen innenpolitisch härteren Kurs zu fahren, indem er plötzlich für ein Burka-Verbot und gegen die Doppelstaatsbürgerschaft eintrat. Doch dürfte der Wähler, wie die letzten Umfragewerte zeigen, wo die CDU drei Prozentpunkte hinter die AfD zurückfallen könnte, dieses Starke-Mann-Spiel eindeutig durchschauen.

Alle bisherigen im Landesparlament vertretenen Parteien müssen mit Verlusten rechnen

Laut dem Meinungsforschungsinstitut INSA bliebe die SPD unter dem derzeitigen Ministerpräsidenten Erwin Sellering mit 28% (2011: 35,6%) noch stimmenstärkste Partei. Dahinter kämen bereits die AfD mit 23% und dann erst die CDU mit 20% (2011: 23%). Auch allen anderen im Landesparlament vertretenen Parteien müssen mit Verlusten rechnen. Der Linken werden 15% (2011: 18,4%) und den Grünen Grüne 6% (2011: 8,7%) vorausgesagt. Die NDP (derzeit 6%) dürfte den Einzug in den Landtag klar verfehlen.

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