Syriza-Unterstützer haben es leichter: Regierungschef Tsipras schafft sich sein eigenes Medien-Monopol.

Foto: Bild: ?????-?????? ?????????? ??????/Wikimedia (CC BY 3.0)
Griechenland: Alexis Tsipras lässt Fernsehlizenzen an Freunde versteigern

Der Linkssozialist Alexis Tsipras und seine Regierungspartei Syriza sind drauf und dran, den griechischen Rundfunk politisch gleichzuschalten. Die Methode des Athener Ministerpräsidenten ist einfach und riecht nach real existierendem Kapitalismus: Tsipras lässt griechische Fernsehlizenzen um Millionen öffentlich versteigern. Gleichzeitig werden aber laut Frankfurter Allgemeine nahestehende Unternehmer mit den Sendeberechtigungen versorgt. Und um dies effizient und politisch in seinem Sinne durchzusetzen, verringerte der linke Regierungschef die Senderlizenzen-Anzahl von sieben auf vier.

Prominenter Bauunternehmer kommt zum Zug

Bei der ersten Runde der öffentlichen Versteigerung kam unter anderem der Bauunternehmer Jannis Kalogritsas zum Zug. Kalogritsas ist kein Unbekannter in der griechischen Wirtschaft und Medienlandschaft. Sein Vater war Verleger der linken Tageszeitung Proto, darüber hinaus kaufte das Firmenimperium von Kalogritsas einst die Baufirma des Vaters von Tsipras ab, vorauf es wiederum öffentliche Aufträge in dreistelliger Millionenhöhe gegeben haben soll.

Dass er nun auch einen für Tsipras linientreuen Fernsehsender aufbaut, ist für Athener Kenner der Innenpolitik eine Selbstverständlichkeit.

Syriza-Gönner Evangelos Marinakis erhält zweite Lizenz

Die zweite Fernsehlinzen soll der Athener Fußballklub-Präsident Evangelos Marinakis erhalten. Marinakis entstammt einer einflussreichen Reederfamilie und mischte neben seiner Präsidentschaft bei FC Olympiakos auch bei der Gouverneurswahl der Region Attika mit. Im Jahr 2014 hievte er mit seiner finanziellen Unterstützung die Tsirpas-Parteifreundin Rena Dorou in den Sessel der Regionalgouverneurin.

Sogar von der Opposition wird fleißig kassiert

Dem Lager der konservativen Opposition fiel ebenfalls eine Lizenz zu, für die der Sender Skai rund 43 Millionen Euro an die Regierung bezahlen musste. Ob Skai allerdings für die Zukunft Fernsehbetreiber bleiben kann ist fraglich, da bereits im Vorfeld der Lizenzvergabe Untersuchungen der Steuerbehörden wegen Finanzvergehen angestrengt wurden. 

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Copy link